- Trainer/in: Caroline Emig
- Trainer/in: Sabine Koller
GRIPS - Uni Regensburg
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- Trainer/in: Sabine Koller
Die amerikanische Sitcom King of Queens gehört zu jenen ästhetisch überaus gelungenen Gegenständen, die wegen ihrer fernsehspezifischen Unscheinbarkeit zwar viele Anhänger haben, aber wenig Echo in der Medientheorie und -wissenschaft finden. Dieses Seminar wird die Sitcom am Beispiel 12 besonders gelungener Episoden als ein wichtiges, televisuelles Artefakt behandeln. Die Episoden sollen gegenstandsbezogen in eine Diskussion zentraler Motive der Medienwissenschaft einführen. Die Tatsache des Unterhalten-Werdens durch die Sitcom wird hier als Bezugspunkt der Auseinandersetzung mit dem eigenen Zugang zu Fernsehen, des Abgleichs von Theorie und Erfahrung begriffen. Das Seminar geht von der Annahme aus, dass Unterhaltung ein wichtiger Aspekt der ‚philosophischen’ Beschäftigung mit den Bedingungen unseres Menschseins innerhalb und außerhalb des Mediums darstellt. Es soll deutlich werden, dass King of Queens selbst und nicht dessen theoretische Aufladung wichtige Beiträge zur Medienwissenschaft leisten kann und sich dabei mit Fernsehästhetik, mit Identität und Geschlecht, mit Bedingungen von Konsum und Unterhaltung, mit Imagination und dem Sichtbarwerden von Menschen in audiovisuellen Erzählungen auseinandersetzt.
Die einzelnen Unterrichtseinheiten bestehen aus der Sichtung einer Episode. Die daran anschließende Zusammenfassung wird versuchen, an dieser Episode einen wichtigen Aspekt der Fernsehgeschichte oder -theorie zu erläutern. Zudem sollen die philosophischen Erträge der Repräsentation sozialer Beziehungen in der Sitcom fokussiert und in einer anschließenden Diskussion aufgearbeitet werden.
- Trainer/in: Herbert Schwaab

- Trainer/in: Thomas Schwarz
„Wie aus einem Gefängnis stürmt Kleist in das gefährlich Grenzenlose der Dichtung hinein.“
Der etwas pathetisch geratene Vergleich aus Stefan Zweigs berühmten Kleist-Essay deutet auf eine Existenz, deren Außergewöhnlichkeit sich sowohl biographisch als auch literarisch ungewöhnlich scharf von ihrer Epoche abhebt. Kleists Schreiben entzieht sich weitgehend traditionellen Einordnungsversuchen der Literaturwissenschaft. Erkundet werden hier Ausbruchsversuche innerhalb der „gebrechlichen Einrichtung der Welt“ (Michael Kohlhaas), mittels epischer (Bsp.: Das Erdbeben in Chili, Michael Kohlhaas, Die Marquise von O., Das Bettelbweib von Locarno, Der Findling, Die Verlobung in St. Domingo) und essayistisch/anekdotischer (Über das Marionettentheater, Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden, Empfindungen vor Friedrichs Seenlandschaft etc.) Experimente. Das Seminar bietet einen Blick auf die wichtigsten Prosaarbeiten Kleists - wobei der Schwerpunkt auf den Erzählungen liegen wird - und verortet zudem den Dichter im soziokulturellen Umfeld seiner Epoche.
- Trainer/in: Felicitas Andel
- Trainer/in: Jürgen Daiber
- Trainer/in: Maximilian Grasl
- Trainer/in: Karin Reindl
- Trainer/in: Markus Gruber
- Trainer/in: Harriet Rudolph
- Trainer/in: Oliver Spies
- Trainer/in: Michael Haider
- Trainer/in: Julia Reichenbacher
- Trainer/in: Sonja Wörle
- Trainer/in: Saskia Lindenberg
Bereich in Grips für die von Prof. Dr. Klaus Stiller betreuten Masterarbeiten im Studiengang MA Erziehungswissenschaft
- Dozent/in: Klaus Stiller
- Trainer/in: Eva Stögbauer-Elsner
- Trainer/in: Frederike Seitz

Hip-Hop oder Rap Music ist seit vielen Jahren Marktführer und ästhetischer Taktgeber im Bereich der populären Musik; eine erstaunliche Karriere, wenn man bedenkt, dass der Stil als subkultureller Ausdruck einer marginalisierten Bevölkerungsgruppe begann. Anhand der Schwerpunkte Stile, MCs, DJs und Produzenten werden wir uns die historischen Entwicklungen der ästhetischen, politischen und technologischen Gegebenheiten der rund 50jährigen Hip-Hop-Geschichte vergegenwärtigen.
- Trainer/in: Gregor Herzfeld
In diesem Kurs können Sie Ihr digitales Histo-I Skript hochladen
- Trainer/in: michaela Kritzenberger
- Trainer/in: Markus Reichold
- Trainer/in: Richard Warth
Der Kalte Krieg und die anschließende Transformation zeichneten ein grob simplifiziertes Bild des Sozialismus, in dem sich offizielle Ideologie und inoffizieller Alltag diametral gegenüberstanden. Die Historische Anthropologie leistete durch die Erforschung sozialer Realitäten und Praktiken einen wertvollen Beitrag, um den real-existierenden Sozialismus in seiner Komplexität und Widersprüchen zu erfassen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im gelebten Alltag der ost- und südosteuropäischen Parteidiktaturen herauszuarbeiten.
Das Proseminar führt die Teilnehmer anhand der jüngeren Realsozialismus-Forschung in die Grundlagen der Historischen Anthropologie ein. Anhand von Sekundärliteratur werden typische Zugänge und Forschungsfelder, wie Leben in der Stadt und auf dem Land, die Transformation von Familien- und Geschlechterbeziehungen sowie Arbeit, Freizeit, Konsum- und Alltagskultur vorgestellt. Ferner werden historisch-anthropologische Methoden erarbeitet und der Umgang mit verschiedenen Quellengattungen (Parteiakten, Biographien, Interviews, visuelles Material) geübt.
- Isabel Ströhle: Isabel Ströhle
In diesem Seminar steht die historische Bildinterpretation als ein spezifischer Forschungsansatz im Zentrum, der eine hohe Gegenwartsrelevanz besitzt. Wir analysieren einschlägige Herrscherporträts aus der Epoche der Frühen Neuzeit (1500 bis 1800) im Hinblick auf ihre Entstehungsbedingungen, ihre variablen Funktionen und ihre historische Aussagekraft, besonders die im Bild vertretenen Herrschaftsansprüche, zeitliche bedingte und überzeitliche Ideen des idealen Herrschertums, und die Medien der Verbreitung und Popularisierung solcher Inhalte in unterschiedlichen Öffentlichkeiten. Dabei führt das Hauptseminar auch in theoretischer Ebene in zentrale Begrifflichkeiten der Forschung wie Herrschaftsrepräsentation, Öffentlichkeit, Propaganda oder Performanz ein.
- Trainer/in: Kristina Hausladen
- Trainer/in: Harriet Rudolph
- Trainer/in: Johannes Haider
Begleitend zur Vorlesung werden in dieser quellenkundlichen Übung ausgewählte Grundlagentexte der europäischen Aufklärung gemeinsam gelesen, kontextualisiert und kritisch kommentiert. Dabei wird wichtige Techniken der historischen Quellenkritik, aber auch der Verarbeitung von historischen Textdokumenten eingeübt. Die Textauswahl wird in der ersten Sitzung gemeinsam festgelegt.
- Trainer/in: Dario Krieger
- Trainer/in: Harriet Rudolph
- Trainer/in: Andrea Stoeckl
Man muss Venedig nicht lieben. Die Dozentin tut es, auch wenn diese
Liebe auf eine immer härtere Probe gestellt wird. Die
Venedig-Faszination ist kein Kennzeichen der Moderne, sondern schon
Reisende in der Frühen Neuzeit konnten dem Mythos Venedig nicht
widerstehen, auch wenn es immer genügend Zeitzeugen gibt, die sich
despektierlich über die einzigartige Herrschaftszentrale der
„Krämerrepublik“ Venedig äußerten. Das Masterseminar setzt sich aus zwei
Teilen zusammen. Im ersten Teil untersuchen wir Reiseberichte
europäischer Reisender aus Venedig ab 1500 im Hinblick auf
Wahrnehmungsmuster und Repräsentationsformen dieser Stadt in Text und
Bild, zweitens analysieren wir ausgewählte Aspekte von Public History im
aktuellen Erscheinungsbild der Stadt und, wenn Sie mögen, auch Begriff
und Rolle von Publik History im Stadt-Marketing und dabei Lösungsansätze
für aktuelle Problemlagen wie Massentourismus, Kommerzialisierung und
Umweltproblemen.
- Trainer/in: Ilona Jamborko
- Trainer/in: Andrea Kuntze
- Trainer/in: Blanka Libera
- Trainer/in: Harriet Rudolph
The hauptseminar will explore the place of infrastructure in the human history (past and present) and will tease out the social, political and cultural meanings of infrastructure. Through a series of historical and ethnographic examples but also by reading theoretical papers the seminar will explore topics such as materiality and symbolism of infrastructure. The seminar will also make the link with the course on environmental history and environmental anthropology by looking into concepts such as environing infrastructure and the infrastructure of environment.
- Trainer/in: Stefan Dorondel
History of Children and Childhood in Twentieth Century: Eastern and Western Perspectives.
Vorlesungsverzeichnis Nr.: 33 176
Zeit: Di 8-10
Dauer: 2 Semesterwochenstunden
Turnus: wöchentlich
Beginn: 20.4.2010
Raum: ALFI 017
Tutorium: An additional tutorial will be offered.
Seminar description:
Introductory Literature:
- Trainer/in: Friederike Kind-Kovács
- Trainer/in: Caroline Berger
- Trainer/in: Petra Kluge
- Trainer/in: Fabian Kratzlmeier
Info zum Kurs - blablabla
- Trainer/in: Holger Striegl
The goal of homogenization theory is to rigorously find and justify effective mathematical models
that capture the limiting behavior of complex systems with fine-scale heterogeneity. Examples are
the flow of fluids through porous media and the heat conductivity of composite materials.
Planned contents include:
- Asymptotic Expansion
- Two-scale convergence/Periodic unfolding
- Perforated domains: Extension operators
- Flow through porous and/or fractured media: Dary's law and Brinkmann equation
- Gamma-convergence
- Shape optimization/inverse homogenization
- Monotone operators.
Literaturhinweise:
- A. Muntean: A Course in Homogenization-Based Techniques
- A. Braides: Gamma-Convergence for Beginners
- G. Allaire: Shape Optimization by the Homogenization Method
- U. Hornung: Homogenization and Porous Media
- D. Cioranescu, P. Donato, An introduction to homogenization
- Trainer/in: Michael Eden
- Trainer/in: Pascal Hadré
In den letzten Jahrzehnten ist das Bild von Osteuropa im Westen immer mehr von der Feindlichkeit gegenüber LGBTQ-Personen – anders gesagt, Homophobie – geprägt worden. Es gibt heute kaum Menschen, die über Homopropaganda-Gesetz in Russland oder die Zonen, „frei von LGBT“ in Polen nicht gehört haben. Was bedeutet es aber zu sagen, dass „Osteuropa“ homophobisch ist? Welche Praktiken entstehen in der Region, die solche Aussagen ermöglichen? Welche Rolle spielt dabei die EU? Und ist Homophobie überhaupt alles, was es gibt, wenn wir über das Leben von LGBTQ-Menschen in Osteuropa reden? In diesem Seminar gehen wir diesen Fragen nach, um „Homophobie“ als ein politisches, soziales und kulturelles Konstrukt diskursiv annähern zu können. Wir werden es lernen, Diskurse, die als „homophobisch“ markiert werden, zu analysieren – um genau bestimmen zu können, wie „Homophobie“ durch eine vielfältige Art von Texten im 21. Jahrhundert produziert wird. Darüber hinaus werden wir uns auch Texte (im breiten Sinne) anschauen, die sich gegen Homophobie äußern und somit LGBTQ-Agency schaffen. Dabei werden wir eine Auswahl der wichtigsten Konzepte der Queer und Gender Studies kennenlernen, die uns in dieser Analyse unterstützen werden.
- Trainer/in: Tatiana Klepikova
- Trainer/in: Birgit Bauridl
- Trainer/in: Maka Malania
Die Textgattung der Fürstenspiegel, welche konkrete Verhaltensanforderungen an den Fürsten als weltliche Obrigkeit eines Territoriums formulieren, entstand im hohen Mittelalter, erlebte aber auch in der Frühen Neuzeit wiederum eine Blüte. Wir wollen in dieser Übung anhand ausgewählter Quellentexte der Frühen Neuzeit Idealbilder des Fürsten, des guten Regiments, analysieren und im Hinblick auf ihre Rezeption und zeitgenössische Bewertung hinterfragen. Welche Qualifikationen und welche moralisch/ethischen Einstellungen sollten Herrscher in der Frühen Neuzeit aufweisen und wir würden wir diese aus heutiger Sicht bewerten? Wer verfasste überhaupt mit welchen Motiven solche Fürstenspiegel und welche Funktionen kamen diesen Texten womöglich im Rahmen der Ausbildung und Erziehung, aber auch der Herrschaftsrepräsentation von Fürsten zu.
- Trainer/in: Sophie Anders
- Trainer/in: Harriet Rudolph
- Trainer/in: Maximilian Scholler
- Trainer/in: Andrea Stoeckl
- Trainer/in: Sonja Neumeier
Klöster verstanden sich als Relaisstationen zwischen Himmel und Erde. Mittels ausgefeilter Raum-, Zeit- und Handlungskonzepte wurden hier innovative Wege beschritten, um Transzendenz und Immanenz bestmöglich miteinander zu vereinen. Unser Hauptseminar begibt sich hinein in diese rituelle Welt vor allem hochmittelalterlicher Klöster, in ihre symbolische Ordnung und deren verheiligende Imitationstechniken. Gemeinsam untersuchen wir die Präsentmachung der Bilder vom Kloster als Paradies, Tempel Salomos, Arche Noah, Heilshafen oder Hölle einerseits und die Verkörperungsformen diverser biblischer und außerbiblischen Rollenmodelle andererseits in einschlägigen Ritualen monastischen Lebens, wie etwa der Profess, der Mahlgemeinschaft, der Fußwaschung, des Gästedienstes, der Buße, der Krankenpflege und des Sterbens. Mit anderen Worten: Wir erforschen, wie Klosterbewohner zu irdischen Engeln und himmlischen Mönchen werden konnten.
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Jasmin Rother-Struck
- Trainer/in: Jörg Sonntag
- Trainer/in: Frieda Walter
Masterseminar/Hauptseminar: „Staatsbildung und Modernisierung in der Peripherie: Bulgarien im ‚langen‘ 19. Jahrhundert“
Mi 10-12, IOS (Raum 017)
In diesem Seminar soll der Blick auf die Entwicklung eines Landes, inklusive der Prozesse, die zu seiner Etablierung 1878 geführt haben, gerichtet werden: Bulgarien. Im Vordergrund stehend dabei die eng verschränkten Prozesse der Nationsbildung und der Modernisierung, unter den Bedingungen einer sowohl ökonomisch als auch geopolitisch peripheren Lage. Auf der Basis der Lektüre von Forschungsliteratur und Primärquellen, werden wir uns Fragen widmen wie: Wie und von wem wurde Nation imaginiert, wer sollte ihr angehören – und wer nicht? Welche Resultate zeitigten solche Ideen (z.B. Auswanderungsdruck auf Muslime, Irredentismus). In welcher Verbindung standen Nationsbildung und gesellschaftlicher Wandel, z.B. durch die Expansion des Bildungswesens und den Aufbau einer modernen Infrastruktur? Welche soziale Konflikte plagten das Land hinter der Fassade der einheitlichen Nation? Der Untersuchungszeitraum reicht von Vorgeschichte der bulgarischen Staatswerdung ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er, als in diesem kleinen Balkanstaat zentrale Fragen der Moderne und wie diese in der europäischen, post-imperialen Peripherie erreicht werden kann, verhandelt wurde. Wir werden dabei eine sowohl vergleichenden als auch transnationale Perspektive anlegen, denn natürlich hat sich Bulgarien nicht in einem Vakuum entwickelt, sondern ganz im Gegenteil war vielfach mit anderen Regionen und Orten verflochten.
- Trainer/in: Ulf Karl Brunnbauer
Masterseminar/Hauptseminar: „Staatsbildung und Modernisierung in der Peripherie: Bulgarien im ‚langen‘ 19. Jahrhundert“
Mi 10-12, IOS (Raum 017)
In diesem Seminar soll der Blick auf die Entwicklung eines Landes, inklusive der Prozesse, die zu seiner Etablierung 1878 geführt haben, gerichtet werden: Bulgarien. Im Vordergrund stehend dabei die eng verschränkten Prozesse der Nationsbildung und der Modernisierung, unter den Bedingungen einer sowohl ökonomisch als auch geopolitisch peripheren Lage. Auf der Basis der Lektüre von Forschungsliteratur und Primärquellen, werden wir uns Fragen widmen wie: Wie und von wem wurde Nation imaginiert, wer sollte ihr angehören – und wer nicht? Welche Resultate zeitigten solche Ideen (z.B. Auswanderungsdruck auf Muslime, Irredentismus). In welcher Verbindung standen Nationsbildung und gesellschaftlicher Wandel, z.B. durch die Expansion des Bildungswesens und den Aufbau einer modernen Infrastruktur? Welche soziale Konflikte plagten das Land hinter der Fassade der einheitlichen Nation? Der Untersuchungszeitraum reicht von Vorgeschichte der bulgarischen Staatswerdung ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er, als in diesem kleinen Balkanstaat zentrale Fragen der Moderne und wie diese in der europäischen, post-imperialen Peripherie erreicht werden kann, verhandelt wurde. Wir werden dabei eine sowohl vergleichenden als auch transnationale Perspektive anlegen, denn natürlich hat sich Bulgarien nicht in einem Vakuum entwickelt, sondern ganz im Gegenteil war vielfach mit anderen Regionen und Orten verflochten.
- Trainer/in: Ulf Karl Brunnbauer
- Trainer/in: Johannes Cassian Nüßer
- Trainer/in: Ulf Karl Brunnbauer
- Trainer/in: Andreas Heil
Die mittelalterlichen Zisterzienser wuchsen innerhalb nur weniger
Jahrzehnte nach ihrer Gründung zum größten Ordensverband in Europa
heran. Welche religiöse Botschaft lag diesem Erfolg zugrunde? Wie
organisierten die benediktinischen Reformmönche ihren auf viele hunderte
von Klöstern anwachsenden Verband? Welche Rolle spielten Netzwerke
unter den verschiedenen Klöstern, wie wurde Wissen,
Handschriftenproduktion und Wissenstransfer organisiert? Das
Master-/Hauptseminar wird auf der Grundlage einer dichten
Quellenüberlieferung solche und weitere Fragen für das 12. und 13.
Jahrhundert diskutieren. Dabei gibt es keine klassischen Referate,
sondern Expertengruppen, Arbeit mit Forschungen und Quellen in
Kleingruppen sowie zusammenfassende Diskussionen. Konstitutiv ist
deshalb die Teilnahme an der Vorbesprechung, bei der die Arbeitsgruppen
gebildet werden.
- Trainer/in: Philipp Bucksteeg
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Ljubov Avila
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Jenny Oesterle
Neben inhaltlichen Einblicken in die Geschichte des Mittelmeerraums im Mittelalter erwerben Teilnehmende des Proseminars zudem grundlegende methodische und praktische Kenntnisse (Einführung in die mediävistische Quellenarbeit etc.)
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Jenny Oesterle
- Trainer/in: Frieda Walter
Im Hauptseminar sollen am Beispiel eines bestimmten Phänomens der
mittelalterlichen Geschichte, nämlich des Mönchtums, zentrale Einsichten
in die mittelalterliche Religions- und Frömmigkeitsgeschichte, aber
auch Sozial- und Wirtschaftsgeschichte vermittelt werden. Dabei wird
nicht nur die Arbeit an und mit zeitgenössischen Quellen im Fokus
stehen, sondern auch die Frage, wie das Bild des Mönchtums unser
heutiges Bild vom Mittelalter geprägt hat.
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Frieda Walter
- Trainer/in: Tim Weitzel
Die Herrschaftszeit König Heinrichs I. (919-936) gilt in der älteren
Forschung als Beginn der „deutschen“ Geschichte, da in der Nachfolge der
Karolinger erstmals ein nicht-karolingischer Herzog von den Großen des
ostfränkischen Reichs zum König gewählt wurde. Die neuere Forschung
betont hingegen einerseits „karolingische Traditionen“ und andererseits
„ottonische Neuanfänge“ (Keller/Althoff). In diesem Spannungsfeld sollen
die Herrschaftsjahre Heinrichs und die ersten Jahre seines Sohns und
Nachfolgers, Ottos des Großen, einer gründlichen Analyse mit Hilfe der
zahlreichen Quellen und Forschungsdiskussionen unterzogen werden.
- Trainer/in: Ljubov Avila
- Trainer/in: Philipp Bucksteeg
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Jenny Oesterle
- Trainer/in: Frieda Walter
Das Seminar wird als Blockveranstaltung durchgeführt. Die Veranstaltung wird wie eine wissenschaftliche Tagung zum Thema ablaufen, mit einzelnen Themen/Sektionen, die von Arbeitsgruppen vorbereitet werden, Moderatoren und möglichst intensiven Diskussionen. Das Seminar erarbeitet in Schwerpunkten einzelne Themen durch Arbeitsgruppen, die eine Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung mit den einschlägigen Materialien und Forschungen mitbringen müssen. Es werden keine Referate gehalten. Dafür ist viel Arbeit in die thematische und didaktische Vorbereitung einer Seminarsitzung zu investieren und ein gemeinsames Stundenkonzept durch die Arbeitsgruppe zu erarbeiten. In der Vorbesprechung werden die Arbeitsgruppen gebildet.
- Trainer/in: Sonja Neumeier
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Frieda Walter
Paris steht im 15. Jahrhundert im Brennpunkt mehrerer prägender
Entwicklungen des späten Mittelalters. Die mächtigen Herzöge von Burgund
treten in Konkurrenz zur regierenden Königsfamilie der Valois. Es folgt
ein blutiger Bürgerkrieg, der gerade in Paris verheerende Folgen
zeitigt. Nach der französischen Niederlage von Agincourt im Jahr 1415
wird Paris zum Mittelpunkt der englischen Besatzung großer Teile
Frankreichs.
In dieser Phase des sog. Hundertjährigen Kriegs tritt Johanna von
Orléans auf der Seite der unterlegenen Valois in Erscheinung. Ihr
Siegeszug scheitert vor den Stadttoren von Paris, wo stattdessen der
englische König Heinrich VI. im Jahr 1431 zum englisch-französischen
Doppelmonarchen gekrönt wird. Allerdings währt diese Periode nur bis
1435/37, als sich der Valois-Thronfolger Karl VII. immer stärker
durchsetzen und schließlich auch in Paris einreiten kann. Zu dieser
höchst spannungsreichen und dynamischen Phase der französischen und
europäischen Geschichte gibt es zudem zahlreiche Quellen, deren Analyse
im Mittelpunkt des Seminars stehen wird.
Das Hauptseminar wird als Blockveranstaltung durchgeführt. Die
Veranstaltung wird wie eine wissenschaftliche Tagung zum Thema ablaufen,
mit einzelnen Themen/Sektionen, die von Arbeitsgruppen vorbereitet
werden, Moderatoren und möglichst intensiven Diskussionen.
Das Seminar erarbeitet in Schwerpunkten einzelne Themen durch
Arbeitsgruppen, die eine Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung mit
den einschlägigen Materialien und Forschungen mitbringen müssen. Es
werden keine Referate gehalten. Dafür ist viel Arbeit in die thematische
und didaktische Vorbereitung einer Seminarsitzung zu investieren und
ein gemeinsames Stundenkonzept durch die Arbeitsgruppe zu erarbeiten. In
der Vorbesprechung werden die Arbeitsgruppen gebildet.
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Tobias Spiel
In der Nachfolge der karolingischen Herrschaftsteilungen und -konflikte setzte sich im ostfränkisch-deutschen Reich die Individualnachfolge unter Beteiligung der Großen durch. In einem langen Prozess entwickelte sich daraus die Königswahl durch das Kurfürstenkolleg. Im Zeitalter des sog. Investiturstreits mündeten politische Konflikte um das Königsamt erstmals in der Wahl von ‚Gegenkönigen‘ gegen den vom Papst gebannten Heinrich IV. Solche Konflikte spitzen sich im 12. Jahrhundert vor dem Hintergrund des staufisch-welfischen Gegensatzes weiter zu und eskalieren schließlich nach dem Tod Heinrichs VI. (1197) in einem mehr als 10jährigen Bürgerkrieg. Zugleich verstärken sich im 13. Jahrhundert unter Beteiligung des Papsttums die diplomatischen und juristischen Bemühungen um eine klarere Fixierung der deutschen Königswahl und des legitimen Wählerkreises. Auch diese Bemühungen führen zu neuen Auseinandersetzungen, die im Zeitalter des sog. Interregnums bis zum Tod Ludwigs des Bayern erneut zu Doppelwahlen und der Erhebung von Gegenkönigen führen. Das Hauptseminar leuchtet die historischen Einzelfälle wie auch die theoretischen Konzepte von Herrschaft, Wahl, Legitimität usw. aus. Die intensive Beschäftigung mit mittelalterlichen Quellen und moderner Forschung wird erwartet
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Tobias Spiel
- Trainer/in: Asami Kobayashi
- Trainer/in: Henning Kortuem
- Trainer/in: Frieda Walter
Neben den Feiern selbst wird auch deren Quellen- und Überlieferungsgeschichte berücksichtigt. Anhand verfügbarer Digitalisate von Originalquellen wird so auch ein Einblick in die mit der Liturgie verbundene Schriftkultur ermöglicht. Methodisch soll die eigene Auseinandersetzung mit Schlüsselquellen der liturgischen Tradition angeregt und angeleitet werden.
- Trainer/in: Martin Berger
- Trainer/in: Sonja Neumeier
Das Hauptseminar thematisiert die ottonische Geschichte des 10. Jahrhunderts. In der Herrscherpersönlichkeit Ottos des Großen werden Fragen der politischen Struktur des ostfränkischen Reichs, der Bedeutung karolingischer Traditionen, das Verhältnis zum westfränkischen Reich und zu Italien sowie auch neuere Forschungen zu religiösen Kultur und sozioökonomischen Entwicklung thematisiert.
Eine intensive Beschäftigung mit dem vielfältigen Quellenmaterial und der Forschungsliteratur wird erwartet. Das Hauptseminar wird als Blockveranstaltung durchgeführt. Die Veranstaltung wird wie eine wissenschaftliche Tagung zum Thema ablaufen, mit kurzen Referaten, Moderatoren, Gruppenarbeiten und möglichst intensiven Diskussionen. In der Vorbesprechung am werden die Themen und Arbeitsgruppen verteilt.
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Tobias Spiel
This Hauptseminar introduces you to the language(s) of gaming, also
known as ludolinguistics. The course will cover aspects of videogame
lexis, interaction and textuality and examine how ludic discourses
across stakeholder communities (players, developers, journalistis,
politicians, educators) both shape and are shaped by medium- and
industry-specific processes. To begin with, we will focus on how
videogames communicate through medium-specific multimodality and the
procedural mode in particular. We will examine the role of paratext in
the production of emergent narrative and the intersections between
interface design, algorithms and data. To gain a sense of how games can
shape general language use, we will study lexical change and creativity,
localisation, ludolectology, as well as communicative patterns between
players and fans online and offline. Through individual case studies, we
will investigate pragmatic uses of impoliteness and swearing as well as
(un)collaborative and toxic language to form an understanding how power
and ownership in player communities are indexed and negotiated. At the
end of this course, students will have built a solid understanding of
how video games function as means and objects of communication; how they
give rise to new vocabularies, textual genres and discourse practices;
and how they serve as rich vehicles of ideological signification and
social engagement.
Students on this course will develop their own projects throughout the
semester, which will form the basis of their presentations and
end-of-term essays. Projects on languages other than English are
generally welcome, subject to instructor approval.
- Trainer/in: Simone Blessing
- Trainer/in: Astrid Ensslin
- Trainer/in: Sebastian Richter
Bitte auch den Veranstaltungskommentar in LSF beachten!
Passwörter: Wer sich nur mal umschauen möchte und noch überlegt, ob er/sie teilnehmen möchte, bitte den Einschreibeschlüssel "sokrates" verwenden. Wer sicher teilnehmen möchte, bitte den Einschreibeschlüssel "parmenides" verwenden.
- Trainer/in: Tim Kraft
- Trainer/in: Eva Reitberger
- Trainer/in: Nicole Resnik
Die Sprachphilosophie ist eine der zentralen Disziplinen der theoretischen Philosophie der Gegenwart. In diesem Seminar werden wir zum einen grundlegende Begriffe und Probleme der Sprachphilosophie auffrischen (oder kennenlernen) und zum anderen in einige der gegenwärtigen Kontroversen innerhalb der Sprachphilosophie einsteigen. Im ersten Drittel des Semesters werden wir uns anhand des Lehrbuches von Newen und Schrenk einen groben Überblick verschaffen, um dann in den verbleibenden beiden Dritteln eine Auswahl der folgenden Themen zu bearbeiten; welche das sein werden, wird im Seminar gemeinsam festgelegt.
(1) Analytische vs. synthetische Sätze
(2) Sprechakte und Implikaturen
(3) Wahrheit
(4) Die Semantik von Eigennamen
(5) Die Semantik indexikalischer Ausdrücke (z.B. "ich", "hier")
(6) Regelfolgen
(7) Wörtliche und übertragene Bedeutung
Eine Übersicht der Themen wird in der ersten Seminarsitzung vorgestellt.
- Trainer/in: Tim Kraft
- Trainer/in: Jürgen Daiber
Menschen denken üblicherweise mittels Begriffen. Diese sind häufig bedingt, d.h. ihre Anwendung, ja sogar ihre Verständlichkeit, hängt von impliziten oder expliziten Bedingungen ab, wie etwa Bezugsklassen oder Vergleichsmaßstäben. Ebenso sind die Menschen bekannten Sachverhalte üblicherweise bedingt. Diese Sachverhalte haben Ursachen, sie bestehen nur, wenn Rahmenbedingungen erfüllt sind, und die Kenntnis dieser Sachverhalte hängt von kognitiven Rahmenbedingungen ab, die bei Menschen gegeben sind. Es ist eine bedeutende Leistung der Philosophie, immer wieder solche Bedingungsverhältnisse aufgezeigt und erforscht zu haben. Gibt es nun dem gegenüber überhaupt etwas Absolutes, d.h. von jeder Bedingung freies, oder vollkommen Unabhängiges? Und wäre ein Begriff von so einem Absoluten überhaupt verständlich? Könnten wir das Absolute somit überhaupt erkennen? Im Seminar werden wir zunächst einige historische Konzeptionen des Absoluten analysieren: - Die Idee des Einen (Platon, Plotin, Proklos) - Die kosmologischen und ontologischen Gottesbeweise (Aristoteles, Anselm, Descartes) - Leere und Absolutheit in buddhistischen Metaphysiken Dann wenden wir uns einem mehr logisch-systematischen Zugang zum Absoluten in Arbeiten von J.N. Findlay zu, der das Absolute bei Hegel und im Neuplatonismus für die moderne analytische Philosophie zugänglich gemacht hat. Schließlich befassen wir uns mit Vorschlägen von G. Priest, der Begriffe des Einen und Absoluten in seiner dialethischen Logik analysiert hat (d.h. einer Logik, in der zugleich wahr und falsche Aussagen zulässig sind) und der Auffassung ist, das Absolute könne man am besten (oder womöglich ausschließlich) als inkonsistent seiend verstehen.
- Trainer/in: Holger Leuz
- Trainer/in: Jürgen Daiber
- Dozent: Jürgen Daiber
The seminar offers an introduction to some key contemporary trends in critical and radical theory. What this means is that you will acquire essential skills in working with new critical and theoretical texts, while also exploring how the ideas articulated in these texts can be applied to a range of literary and cultural materials. Material discussed in the class will cover anti-/postcolonial, Marxist/anarchist, and feminist/queer/trans positions. We will approach individual texts though the close reading of selected passages, but we also aim to shed light on the key arguments and presuppositions which underpin them. As term progresses, we will build up an archive of ideas that will equip you for future classes in the fields of literary and cultural studies, broadly conceived. Critics discussed include Louis Althusser, Giorgio Agamben, Judith Butler, Frantz Fanon, José Muñoz, and Fred Moten.
- Trainer/in: Benjamin Kohlmann
Nachdem Kaiser Friedrich II. 1250 gestorben war, traten gleich mehrere auf. Auch nach dem Tod Kaiser Heinrichs V., des Lateinischen Kaisers Balduin I. oder Konradins waren sie wieder da – Menschen, die behaupteten, der verblichene König zu sein. Die royalen „Doppelgänger” hießen Dietrich Holzschuh/Tile Kolup oder der Schmied von Ochsenfurt. Auf systematische Weise wollen wir dem Phänomen der falschen Könige auf die Spur kommen. Gab es Konjunkturen? Was waren die Erfolgsrezepte? In welchen Orten und wie Weise gaben sich die falschen Herrscher erstmals zu erkennen usw.? Auf welche „Königskriterien” stützten sie sich? Wie wurden sie entlarvt? Das Hauptseminar wird hierbei aus zwei größeren Teilen bestehen: In einem ersten Block beschäftigen wir uns mit den „Königsprofilen” des Mittelalters, also der Frage, was einen guten bzw. einen schlechten Herrscher ausmachte; im zweiten Teil widmen wir uns den hochstaplerischen Doppelgängern.
Bemerkung: Die Veranstaltung findet digital statt.
- Trainer/in: Christof Paulus
- Trainer/in: Tobias Spiel
- Trainer/in: Oliver Grote
Deutsch ist nicht nur Amtssprache in mehreren europäischen Ländern, sondern wird von ganz unterschiedlichen Sprechergemeinschaften auf verschiedenen Kontinenten gesprochen. In dem Seminar werden wir uns zunächst mit den Dialekten im DACH-Raum mit ihren wichtigsten phonologischen, grammatikalischen und lexikalischen Merkmalen befassen. Dann werden wir die Siedlungsgeschichte deutscher Auswanderer kennenlernen und die sprachlichen Besonderheiten der deutschen Varietäten in Osteuropa, Afrika, Ozeanien sowie auf dem amerikanischen Kontinent betrachten. Dabei werden wir immer wieder die Frage stellen, welche der jeweiligen sprachlichen Eigenschaften auf Sprachkontakt und welche auf innersprachliche Faktoren zurückgeführt werden können, bzw. ob in jedem Fall überhaupt ein eindeutiges Urteil gefällt werden kann. Neben der linguistischen Beschreibung der Sprachvarietäten wird auch die soziolinguistische Situation und die Zukunftsperspektiven der Sprachvarietäten, die vielfach bedroht sind, im Fokus stehen.
- Trainer/in: Ludger Paschen
Das Geschlecht der Thurn und Taxis unterscheidet sich von anderen Familien des Hochadels durch ein ausgeprägtes unternehmerisches Profil. Dabei verstanden es die Fürsten von Thurn und Taxis in aller Regel, auch kritische historische Zäsuren zu überstehen – etwa durch politische Beziehungen oder unternehmerische Anpassungsfähigkeit. Durch das Postmonopol reich geworden, verlor die Familie diese Einnahmen nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches schrittweise. Entschädigungszahlungen wurden zu Landkäufen vor allem im östlichen Europa genutzt. Auf diese Weise erwarb das Haus Thurn und Taxis 1872/73 auch 38.000 Hektar in Kroatien. Dieser Besitz, vor allem Wald, wurde in den folgenden Jahrzehnten unter großem Aufwand erschlossen und nach modernsten Methoden forstwirtschaftlich genutzt. Das Ende der Habsburgermonarchie bedeutete einen schweren Schlag für die fürstlichen Besitzungen, die sich jetzt im „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“, dem neu geschaffenen Jugoslawien wiederfanden. Dieser Staat verstand sich als antiimperial und an den Interessen der bäuerlichen Mehrheit ausgerichtet. Alte imperiale Eliten galten als Feinde, ihr Eigentum als mögliche Reparation und/oder Verfügungsmasse für eine Agrarreform. Um seinen Besitz zu erhalten, setzte das Fürstenhaus eine beeindruckende Fülle von Instrumenten ein, darunter Klagen vor nationalen und internationalen Gerichten, Pressearbeit, Lobbyismus bei den Regierungen Jugoslawiens, Deutschlands und Österreichs, und nicht zuletzt Bestechung. Diese Vorgänge sind archivalisch sehr gut dokumentiert; sie bieten tiefe Einblicke in ein Handeln hinter den Kulissen, in die informelle Seite von Politik. Der Kurs wird in Präsenz oder notfalls auch digital stattfinden, die Aktenstücke liegen digitalisiert vor. Am „Fall Thurn und Taxis“ lassen sich hervorragend detektivische Archivarbeit und komplexes Denken erlernen. Kenntnisse des Serbischen/Kroatischen oder des Französischen sind von Vorteil, aber keine Bedingung für die Teilnahme am Kurs.
Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme, Mitarbeit, Vorstellung einer oder mehrerer Quellen, Hausarbeit
- Trainer/in: Klaus Buchenau
- Trainer/in: Heinrich Konen
- Trainer/in: Julian Johannes Potschacher-Eisl
- Trainer/in: Leo Beyer
- Trainer/in: Anne Brüske
- Trainer/in: Livia De Souza Lima
Hauptseminar Prof. Dr. Jürgen Daiber: Franz Kafkas Erzählungen im digitalen Wintersemester 20/21
- Trainer/in: Eva Reitberger
- Trainer/in: Nicole Resnik
- Trainer/in: Maya Franziska Brückl
- Trainer/in: Christoph Härtl
- Trainer/in: Claudia Illick
- Trainer/in: Christoph Wagner
Die Tradition der Ikonenmalerei und Ikonenverehrung spielt für das Selbstverständnis der russischen (nicht nur religiösen) Kultur eine wichtige Rolle. Das Seminar wird dieser Traditionslinie nachgehen. Ausgehend von der theologischen Begründung der Ikonenmalerei im Zusammenhang mit dem biblischen Bilderverbot und dem Streit zwischen Ikonoklasmus (Bilderstürmerei) und Ikonodulie (Bilderverehrung) in der frühen Ostkirche werden spätere affirmierende und transformierende Referenzen verfolgt: Puškins ,nerukotvornyj‘ (nicht von Menschenhand gemachtes) Selbstbildnis in Exegi monumentum, Gogol’s Portrait, Dostoevskijs Auseinandersetzung mit der Christusdarstellung im Idioten, Leskovs im Milieu der Altgläubigen angesiedelte Erzählung Zapečatlennyj angel (Der versiegelte Engel), Turgenevs Medienreflexion auf Fotografie und Ikone in Klara Milič sowie das Echo, das die Ikonentradition in Konzeptionen der Avantgarde, nicht zuletzt in Malevičʼ Schwarzem Quadrat, erfährt, außerdem Pavel Florenskijs sowie im Anschluss Boris Uspenskijs Überlegungen zur umgekehrten Perspektive der Ikone.
Den theoretischen Rahmen für diese Beschäftigung mit religiösen Denk-, Deutungs- und Darstellungsmustern in der russischen Literatur und Kultur bilden Überlegungen der jüngeren kulturwissenschaftlichen Forschung zum Zusammenhang von Religion und Moderne.
- Trainer/in: Irina Wutsdorff
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts geriet das Moskauer Reich in die schwerste innere Krise seiner noch jungen Geschichte. Dauerfehden zwischen den mächtigen Fürsten- und Bojarengeschlechtern, Aufstände, Hungersnöte, Angriffe von außen und die Besatzung durch Polen erschütterten das Land. Im Seminar werden wir die Ursachen und die Folgen dieser Erosionsprozesse analysieren, die als „Zeit der Wirren“ in die Geschichtsschreibung eingegangen ist. An den Reaktionen auf die Festschreibung der Leibeigenschaft (1648) und die Kirchenspaltung der orthodoxen Kirche (1667) werden wir sehen, dass der Eindruck in krisenhaften Zeiten zu leben, bei den Zeitgenossen auch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht abnahm. Gleichzeitig werden wir in der Lehrveranstaltung die traditionelle Interpretation dieser Epoche als große Krise hinterfragen. An konkreten Fallbeispielen werden wir den dynamischen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft thematisieren, der den Aufstieg Russlands zu einer Weltmacht ermöglichte.
At the beginning of the 17th century, the Muscovite Empire was plunged into the most serious internal crisis of its still young history. Permanent feuds between the powerful princely and boyar elites, uprisings, famines, external attacks and occupation by Poles shook the country. In the seminar, we will analyze the causes and consequences of these processes of erosion, which has gone down in historiography as the "Time of Troubles". From the reactions on the establishment of serfdom (1648/49) and the schism of the Orthodox Church (1667) we will see that the impression of living in times of crisis did not diminish among contemporaries even in the second half of the 17th century. At the same time, we will question the traditional interpretation of this era as a great crisis. Using concrete case studies, we will address the dynamic changes in the economy and society that enabled Russia's rise to become a world power.
Prüfungsleistung: Referat, Hausarbeit
Literatur: Kotilaine, Jarmo: Modernizing Muscovy. Reform and social change in seventeenth-century Russia. London 2004 (= RoutledgeCurzon studies on the history of Russia and Eastern Europe, Bd. 1).
- Trainer/in: Julia Herzberg
- Trainer/in: Christoph Härtl
- Trainer/in: Julian Jachmann
Katharina II. herrschte mehr als drei Jahrzehnte über das Zarenreich. Als Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren, bestieg sie 1762 den Thron Russlands an der Seite Peters III. Sie stürzte ihren Gatten wenige Monate später, um ohne dynastische Legitimation Russland zu regieren. Ihre Zeit als Kaiserin wird wie nur die Peters I. als eine Periode staatlicher Reform und außenpolitischer Expansion angesehen. Zu diesem Bild trugen die Teilungen Polens, die Inkorporation Neurusslands und der Krim, die Anwerbung deutscher Siedler und die Auseinandersetzung mit der Aufklärung bei. Zum Ende ihrer Herrschaft war Russland fest als europäische Großmacht etabliert.
Im Seminar diskutieren wir die Grundlinien und Ambivalenzen ihrer Herrschaft, zu der nicht nur Reformen, sondern auch die Beibehaltung und Verschärfung der Leibeigenschaft gehörten. Ein wichtiger Schwerpunkt des Seminars wird auf der Quellenarbeit liegen, durch die wir den Einfluss der Zarin auf Russlands Stellung in Europa sowie auf Russlands Sozialstruktur, Wirtschaft und Kultur bestimmen wollen.
Literatur: Scharf, Claus (Hrsg.): Katharina II., Russland und Europa. Beiträge zur internationalen Forschung. Mainz 2001 (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz Beiheft Abteilung für Universalgeschichte, Bd. 45); Kamenskij, Aleksandr B.: Catherine the Great. A reference guide to her life and works. London 2020.
Prüfungsform: Referat, Hausarbeit
- Trainer/in: Julia Herzberg
- Trainer/in: Daniel Reichenberger
- Trainer/in: Gerhard Waldherr
Die Morphonologie beschäftigt sich mit phonologischen Prozessen, die in einer Sprache nicht ausnahmslos applizieren, sondern an bestimmte morphologische Kontexte gebunden sind. Morphonologische Prozesse umfassen beispielsweise Umlaut im Deutschen (Kuh > Küh-e vs. Schuh > Schuhe (*Schüh-e)), Vokalelision im Slavischen (Russisch: son (NOM) > sn-a (GEN) vs. dom (NOM) vs. dom-a (GEN)) oder Anlautmutation im Keltischen (Irisch: a bean vs. a bhean). Ebenfalls fallen nicht-konkatenative Prozesse wie Reduplikation und Infigierung hierunter, da die Position bzw. Form der jeweiligen Exponenten stark von der morphologischen Basis abhängt. Eine weitere Domäne der Morphonologie, die im Seminar näher betrachtet werden soll, ist grammatischer Ton, d.h. die Distribution von Tönen in Abhängigkeit von bestimmten Affixen oder morphologischen Domänen.
- Trainer/in: Ludger Paschen
- Trainer/in: Vera Beyer
- Trainer/in: Christoph Härtl
- Trainer/in: Elias Nunner
- Trainer/in: Philipp Zobel
Mit dem Tod Karls des Großen im Jahre 814 wird im allgemeinen der Anfang vom Ende des großen Karolingerreichs verknüpft. Karls Sohn und Nachfolger, Ludwig dem Frommen (814-840), haben bereits zeitgenössische Geschichtsschreiber eine verfehlte Politik und mangelndes Talent vorgeworfen. Ausgehend von den Nachfolgestreitigkeiten unter Ludwigs Söhnen gerät das Karolingerreich in einen dynamischen Teilungsprozess, dessen Grenzziehungen sich als überraschend stabil erweisen sollten. Wie gestaltet sich die Herrschaftspraxis im Karolingerreich unter Karls Nachfolgern? Wie werden äußere und innere Krisen bewältigt? Welche Rolle spielen die „Großen“ im Reich und die Reichskirche? Diese und ähnlich gelagerte Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Die Kenntnis der u.g. Pflichtlektüre wird zu Semesterstart vorausgesetzt.
Das Hauptseminar wird als Blockveranstaltung durchgeführt. Die Veranstaltung wird wie eine wissenschaftliche Tagung zum Thema ablaufen, mit einzelnen Themen/Sektionen, die von Arbeitsgruppen vorbereitet werden, Moderatoren und möglichst intensiven Diskussionen. Das Seminar erarbeitet in Schwerpunkten einzelne Themen durch Arbeitsgruppen, die eine Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung mit den einschlägigen Materialien und Forschungen mitbringen müssen. Es werden keine Referate gehalten. Dafür ist viel Arbeit in die thematische und didaktische Vorbereitung einer Seminarsitzung zu investieren und ein gemeinsames Stundenkonzept durch die Arbeitsgruppe zu erarbeiten. In der Vorbesprechung werden die Arbeitsgruppen gebildet.
Wenn es die Lage im Juni/Juli zulässt, wird diese Übung als Präsenzveranstaltung angeboten.
Termine: 25./26.06.21, jew. 9-16h; Exkursionstermine vorauss. 02./03.07.21 (Genaueres wird im Laufe des SoSe festgelegt).
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Tobias Spiel
- Trainer/in: Angela Ganter
- Trainer/in: Julian Johannes Potschacher-Eisl
- Trainer/in: Regine Alber
- Trainer/in: Elzbieta Bomastyk
- Trainer/in: Jerzy Mackow
- Trainer/in: Manuel Steudle
In diesem Seminar widmen wir uns dem Phänomen der Polysynthese, d.h. morphologisch hochkomplexen Wörtern, die häufig einem ganzen Satz in eher analytischen Sprachen wie dem Deutschen oder Englischen entsprechen. Polysynthetische Sprachen zeichnen sich durch eine besonders hohe Dichte an grammatischen Informationen in einem einzigen Wort aus – etwa durch die Markierung von Objekten oder die Inkorporierung von nominalen Strukturen in einer einzigen Verbform. Im Zentrum des Seminars stehen grundlegende Fragen zur Typologie, Struktur und Funktion von polysynthetischen Wörtern. Anhand ausgewählter Sprachbeispiele aus den Sprachen Nordamerikas, Asiens und des Kaukasus untersuchen wir, welche Funktionen in den jeweiligen Sprachen durch morphologische Mittel ausgedrückt wird und welche Rolle die Syntax spielt. Ein weiterer Aspekt, der im Seminar behandelt werden soll, ist die Frage des Entstehens polysynthetischer Strukturen. Wie werden beispielsweise einstmals unabhängige Marker zu gebundenen Morphemen grammatikalisiert? Unter welchen Bedingungen sind polysynthetische Strukturen stabil, und wann werden sie wieder abgebaut?
- Trainer/in: Ludger Paschen
- Trainer/in: Jürgen Daiber
- Trainer/in: Eva Reitberger
- Trainer/in: Nicole Resnik
- Trainer/in: Kordula Beck
- Trainer/in: Birgit Bergmann
- Trainer/in: Katrin Dorfner
- Trainer/in: Natalia Meling
- Trainer/in: Kordula Beck
- Trainer/in: Denitsa Koseva
- Trainer/in: Edith Laux
- Trainer/in: Nicole Selwanger
- Trainer/in: Dirk Steuernagel
Die westlichen Versuche, Russland wegen seines Angriffs auf die Ukraine international zu isolieren, sind teilweise gescheitert, weil sich in allen Erdteilen Regierungen gefunden haben, die sich nicht vollkommen von Moskau abwenden wollen. Gerade in Lateinamerika ist dieses Phänomen gut zu beobachten – insbesondere linke Regierungen (Venezuela, Nicaragua, Cuba) halten zu Putin oder suchen eine Äquidistanz zwischen den Konfliktparteien, darunter die zwei bedeutendsten Länder der Region: Mexiko und Brasilien. Dieses Verhalten wird von westlichen Kommentatoren oft mit Kopfschütteln kommentiert, aber es hat historische Wurzeln, die bis in die Zeit der Oktoberrevolution zurückreichen. Dieses Seminar beschäftigt sich mit den sowjetisch-lateinamerikanischen Beziehungen seit 1918, den linken Bewegungen Lateinamerikas und ihrem Verhältnis zum Sowjetkommunismus, und nicht zuletzt mit der Art, wie Russland unter Vladimir Putin an dieses Erbe angeknüpft hat.
Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme, Lektüre, Referat, Hausarbeit
Einführende Literatur: Bethell, Leslie: Latin America since 1930. Ideas, culture and society. Cambridge 1995.
Donghi, Tulio Halperin: Geschichte Lateinamerikas von der Unabhängigkeit bis zur Gegenwart. Frankfurt a.M. 1994
McPherson, Alan L. (Hg.): Anti-Americanism in Latin America and the Caribbean, New York usw. 2006.
Martin Aust (Hg.): Globalisierung imperial und sozialistisch. Russland und die Sowjetunion in der Globalgeschichte 1851-1991. Frankfurt/New York 2013: CAmpus, 443-461
- Trainer/in: Klaus Buchenau
- Trainer/in: Oliver Hidalgo
Als literaturwissenschaftliche Kategorie wird das Absurde meist mit dem Theater des Absurden in Verbindung gebracht, worunter M. Esslin in seinem Buch dieses Titels (1961) die Dramen vor allem E. Ionescos und S. Becketts bezeichnet hatte. Allerdings wird insbesondere in der slavistischen Forschung eine Tradition des Absurden oder absurdistischer Darstellungspraktiken geltend gemacht, die in der russischen Literatur etwa auf die grotesken Momente bei Gogol’ zurückgreifen kann oder im mitteleuropäischen Kontext nicht zuletzt auf Kafka. In dem Seminar sollen insbesondere jene Tendenzen der slavischen Moderne betrachtet werden, die sich unter dem Stichwort Absurde in existentieller und poetologischer Hinsicht fassen ließen: Dies ist zum einen die russische spätavantgardistische Gruppierung der Obėriuten (v.a. D. Charms, A. Vvedenskij), deren Werke aus den späten 20er und den 30er Jahren neben Theaterstücken auch Lyrik und Prosa in absurdistischem Modus umfassen. Zum anderen sind es Theaterstücke Václav Havels, Ivan Klímas und Sławomir Mrożeks aus den späten 50er und den 60er Jahren, die ebenfalls vor dem Hintergrund eines von Totalitarismus geprägten und insofern absurden Alltags figurieren. Zu fragen ist dabei auch nach der Tragweite und -fähigkeit des Begriffs Absurde angesichts sehr unterschiedlicher politischer wie auch weltanschaulicher Positionierungen sowie nach dem Verhältnis zwischen der philosophischen und der poetologischen Dimension des Begriffs.
- Trainer/in: Irina Wutsdorff
- Trainer/in: Alexander Laube
- Trainer/in: Anne-Julia Zwierlein
Das interdisziplinäre, romanistisch und slavisch-jüdisch ausgerichtete Seminar widmet sich im unmittelbaren literarischen, kulturellen und kulturpolitischen Vergleich literarischen Zeugnissen von Schlüsselfiguren und Überlebenden der Schoa. Insbesondere am Beispiel von Elie Wiesel, der über Sprach-, Länder- und Kulturgrenzen hinweg Zeugnis zur Vernichtung im Nationalsozialismus, aber auch in der Stalinzeit und dem darauffolgenden „Tauwetter“, der Phase der Entstalinisierung in der Sowjetunion ablegt, werden wir in intensiven Lektüren und Textanalysen wichtige literarische Zeugnisse französisch, russisch und/oder jiddisch schreibender Autor*innen betrachten: z. B. Zeugnisse in Lyrik (Desnos, Prévert, Evtuschenko) oder Prosa (Elie Wiesel, Il’ja Erenburg, Lidija Tschukovskaja). Wir stellen uns gemeinsam die Frage, was die Texte und warum – und gegen welche Widerstände – bezeugen, inwiefern darin Beistand zum Tragen kommt oder sie als Beistand gelten können und welchen Beitrag diese Zeugnisse für heutige Debatten zum Jüdischen und zum neu erstarkten Antisemitismus leisten können. Zum Seminar werden auch theoretische Texte herangezogen, etwa von Annette Wieviorka zum „Zeitalter des Zeugen“ oder von Hannah Arendt.
s. auch die Kursbeschreibung zur Ankündigung in der Romanistik
- Trainer/in: Carmen Dallmaier
- Trainer/in: Sabine Koller
- Trainer/in: Isabella Treskow
Veränderte Bewusstseinszustände (ASC) und ihre motivische Funktion in der deutschen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
1966 veröffentlicht der Psychiater Arnold M. Ludwig einen Aufsatz, der
über die Grenzen seines Faches hinaus für erhebliches Aufsehen sorgen
sollte. Ludwig legt in diesem Text im Kern eine umfangreiche Übersicht
sogenannter „veränderter Bewusstseinszustände“ (Altered States of Consciousness)
vor: Luzide Träume, mystische Erfahrungen, durch Drogen induzierte
Rauschzustände, Hypnose, Nahtoderlebnisse, Halluzinationen, durch
Ekstase gespeiste Visionen, Trance etc. Gemeinsamer Kern dieser
Erfahrungen ist laut Ludwig ein „zeitweiser Wechsel im Gesamtmuster
subjektiver Erfahrung, so dass das Individuum glaubt, seine psychischen
Funktionen seien deutlich verschieden von bestimmten allgemeinen Normen
seines normalen Wachbewusstseins.“ Es leuchtet unmittelbar ein, dass
sich die Literatur in ihren Darstellungen für derartige Zustände
interessiert. An Texten von Ernst Jünger (Annäherungen), Gottfried Benn (Provoziertes Leben), Robert Musil (Ansätze zu neuer Ästhetik), Franz Kafka (Ein Hungerkünstler), E. T. A. Hoffmann (Der Magnetiseur), Novalis (Traum Eingangssequenz Heinrich von Ofterdingen) u. a. sollen die Quellen dieses Interesses erforscht werden.
- Trainer/in: Jürgen Daiber
- Trainer/in: Tatjana Kühnast
- Trainer/in: Eva Reitberger
Ödipus, Antigone, Orpheus, Prometheus, Venus, Ganymed - die Literatur der Moderne ist nicht denkbar ohne die Mythen und Mythenfigurationen der Antike. Vom Mythos als Stoffvorlage der Gegenwartsliteratur bis hin zum Verständnis des Mythos als „Darstellungsmodus eines archetypischen Geschehens, welches menschliche Urszenen über Epochen und Zeiten hinweg in narrative Muster übersetzt“, reicht der Bedeutungshorizont, welchen das Seminar einzukreisen sucht. Anhand einiger Schlüsseltexte (Goethe: Prometheus Hymne, H. V. Kleist: Penthesilea, J.v. Eichendorff: Das Marmorbild, Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos, Franz Kafka: Das Schweigen der Sirenen, Max Frisch: Homo Faber, C. Wolff: Kassandra, Botho Strauß: Der Park, Durs Grünbein: Nach den Satiren) sollen Begriffsgenese und Begriffswandlung anhand der Stoffadaptionen innerhalb der Literatur der Moderne verfolgt werden.
- Trainer/in: Elena Golob
- Trainer/in: Anna-Katharina Haimerl
- Trainer/in: Tatjana Kühnast
- Dozent: Birgit Bockschweiger
- Dozent: Thomas Petraschka
- Trainer/in: Christoph Härtl
- Trainer/in: Claudia Illick
- Trainer/in: Christoph Wagner
Der ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach stellt einen der Höhepunkte der höfischen Literatur in der ‚Staufischen Klassik‘ dar. Wolfram spielt mit verschiedenen Bezugshorizonten, die seinen höfischen Roman zu einem überaus komplexen Text werden lassen. Neben die höfische Welt des Artushofes treten eine Vielzahl religiöser Bezüge, welche die Artuswelt gleichsam ergänzen, mitunter sogar auch in Konkurrenz zu ihr treten. Mit der Gralswelt schafft Wolfram zudem ein zweites höfisches Zentrum neben dem Artushof, der mit dieser aber gleichwohl eng verbunden bleibt. Diesen beiden Deutungsrahmen zugeordnet werden Minne, Verwandtschaft, Ritterschaft als Möglichkeiten adliger Gesellschaftskonstitution, die einander sowohl ergänzend als auch konkurrierend überlagern.
Ebenso komplex wie der Inhalt des ‚Parzival‘ ist hierbei die Erzählweise, die aufgrund häufiger Unterbrechung des Erzählflusses durch Kommentare, ungewöhnliche Bilder und Vergleiche, historische Bezüge sowie Reflexionen der Möglichkeiten des Erzählens als exzeptionell erscheint. Der ‚Parzival‘ stellt damit ein Kompendium höfischer Erzählkunst dar, das sowohl auf der Ebene des Erzählten als auch auf der Ebene der narrativen Strategien viele Elemente des höfischen Romans multiperspektivisch reflektiert.
Text:
Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text zitiert nach der sechsten Ausgabe v. Karl Lachmann. Übersetzung v. Peter Knecht. Mit Einführungen zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der Parzival-Interpretation v. Bernd Schirok. Berlin/New York 2003
Zur Einführung:
Joachim Bumke: Wolfram von Eschenbach. Stuttgart/Weimar (8. Aufl.) 2004, S. 1-275.
- Trainer/in: sekretariat aedl
- Trainer/in: Susanne Knaeble
- Trainer/in: Tim Kapsreiter
- Trainer/in: Bernadette Mischka
„Ich weiß, daß ich mit der Einstellung des Arztes, des Psychologen und Kriminalpsychologen den Ereignissen der letzten Jahre [gemeint v.a. Revolution] anders gegenübergestanden habe als viele andere. […] In den Symptomen des Niedergangs, über die sich so viele entrüstet haben, habe ich nichts erblicken können als Krankheitserscheinungen, als die Formen, unter denen sich der Zusammenbruch eines durch vier Jahre hindurch unerhört belasteten großen Volkes schließlich vollziehen musste.“ – So urteilte der Breslauer Ordinarius für Psychiatrie Oswald Bumke in seiner Abschiedsvorlesung 1920, bevor er nach München wechselte. Unerwünschte oder unerklärliche Erscheinungen als Ausdruck physischer Erkrankungen zu deklarieren und soziale Begleitumstände zu ignorieren, war ein Spezifikum eines psychiatrischen Forschungszweiges, der vor allem in München blühte und seine radikalste Folgen in der Zwangssterilisierung und schließlich der sog. Euthanasie durch das nationalsozialistische Regime zeitigte. Das Hauptseminar fragt danach, wie die Geschichte der Psychiatrie in Bayern vom Königreich bis in den Nationalsozialismus war. Darüber hinaus gilt es, anhand medizinischer Quellen vor allem aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, gesellschaftliche Einstellungen, Mentalität und daraus resultierende politische Maßnahmen zu erklären. Hierzu werden zunächst die historisch-rechtlichen Bedingungen, unter denen in Deutschland psychische Krankheiten diagnostiziert und behandelt wurden, erörtert, die gesellschaftlich maßgeblichen Haltungen sowie die wissenschaftlichen wie öffentlichen Diskurse und die Konzepte, wie man sich diesen Aspekten aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive nähern kann. In einem zweiten Abschnitt sollen die Fragestellungen an Originalquellen Münchner psychiatrischer Kliniken überprüft und der Umgang mit den Patienten (Diagnosen; Darstellung der Erkrankung, ggf. auch in Fotografien; Maßnahmen etc.) erarbeitet werden. Bitte beachten Sie: Hierzu werden auch einzelne Blocksitzung im Münchner Universitätsarchiv stattfinden. Diese werden vom Tag her von den angegebenen Terminen abweichen. Erwartet wird die Bereitschaft zu selbständiger Lektüre, der Auseinandersetzung mit Quellen und der Lust an der Präsentation erarbeiteter Ergebnisse. Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit
Einführende Literatur: Brink, Cornelia: Grenzen der Anstalt. Psychiatrie und Gesellschaft in Deutschland 1860–1980; Göttingen 2010; Burkhart Brückner: Kurze Geschichte der Psychiatrie; Köln 2023; Susanne Regener: Visuelle Gewalt. Menschenbilder aus der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts; Bielefeld 2010; Michael von Cranach u.a. (Hg.): Gedenkbuch für die Münchner Opfer der nationalsozialistischen „Euthansie“-Morde; Göttingen 2018.
- Trainer/in: Nina Plank
- Trainer/in: Christina Straka
- Trainer/in: Jörg Zedler