PS, HS
Do 16-18
Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges hinein experimentierten Kunst- und Literaturschaffende mit einer Vielzahl von avantgardistischen Ideen und Tendenzen. Im „Zeitalter der Avantgarde“ (Klaus von Beyme) wollten viele – als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg oder im Gefolge revolutionärer Ideen – nichts weniger als die Umgestaltung des Lebens. Insbesondere jüdischen Akteuren bot diese bewegte Zeit und Aufbruchstimmung Gelegenheit zum kulturellen Selbstausdruck. Wir werden im Seminar insbesondere polnische und polnisch-jüdisch-jiddische Avantgarde Akteure, Kunstwerke, Texte, Gruppen und Netzwerke betrachten. Als Herzstück und Höhepunkt des Seminars findet vom 18.-23.5. eine Exkursion nach Łódź, einem der einstigen Avantgarde-Zentren im östlichen Europa, statt. Wir werden uns dort vor Ort auf die Spuren der dortigen polnischen und jüdischen Avantgarde begeben.
Literatur und Internetquellen zur Einführung:
Bru, Sascha. The European Avant-Gardes, 1905-1935. A Portable Guide. Edinburgh 2022.
Müller-Funk, Wolfgang/Faber, Vera/Unterkofler, Dietmar (Hg.): Avantgarden in Zentraleuropa. Andere Räume, andere Bühnen. Tübingen 2023.
https://msl.org.pl/en/100-years-avant-garde-poland
Luba, Iwona. "Kobro and Strzemiński: Łódź–Warsaw–Paris (1956–1957)." Ikonotheka 26 (2016): 137-166.
Malinowski, Jerzy. "The Yung Yiddish (Young Yiddish) Group and Jewish Modern Art in Poland 1918-1923." Polin: Studies in Polish Jewry 6 (1991): 223-230.