In der Nachfolge der karolingischen Herrschaftsteilungen und -konflikte setzte sich im ostfränkisch-deutschen Reich die Individualnachfolge unter Beteiligung der Großen durch. In einem langen Prozess entwickelte sich daraus die Königswahl durch das Kurfürstenkolleg. Im Zeitalter des sog. Investiturstreits mündeten politische Konflikte um das Königsamt erstmals in der Wahl von ‚Gegenkönigen‘ gegen den vom Papst gebannten Heinrich IV. Solche Konflikte spitzen sich im 12. Jahrhundert vor dem Hintergrund des staufisch-welfischen Gegensatzes weiter zu und eskalieren schließlich nach dem Tod Heinrichs VI. (1197) in einem mehr als 10jährigen Bürgerkrieg. Zugleich verstärken sich im 13. Jahrhundert unter Beteiligung des Papsttums die diplomatischen und juristischen Bemühungen um eine klarere Fixierung der deutschen Königswahl und des legitimen Wählerkreises. Auch diese Bemühungen führen zu neuen Auseinandersetzungen, die im Zeitalter des sog. Interregnums bis zum Tod Ludwigs des Bayern erneut zu Doppelwahlen und der Erhebung von Gegenkönigen führen. Das Hauptseminar leuchtet die historischen Einzelfälle wie auch die theoretischen Konzepte von Herrschaft, Wahl, Legitimität usw. aus. Die intensive Beschäftigung mit mittelalterlichen Quellen und moderner Forschung wird erwartet
- Trainer/in: Jörg Oberste
- Trainer/in: Tobias Spiel
Ödipus, Antigone, Orpheus, Prometheus, Venus, Ganymed - die Literatur der Moderne ist nicht denk