Seit der Antike wird zwischen nomen proprium (Eigenname) und nomen appellativum (Appellativum) unterschieden, weil beide Arten von Ausdrücken sich funktional und semantisch deutlich unterscheiden. Die Onomastik, d.i. die Teildisziplin der Linguistik, die sich mit der Erforschung der Eigennamen beschäftigt, hat sich traditionell nur für die historisch-etymologische Seite von Eigennamen interessiert. Das führte dazu, dass die phonologischen und grammatischen Besonderheiten von Eigenamen kaum in den Blick kamen und erst in allerjüngster Zeit Gegenstand der linguistischen Forschung geworden sind. Darüber hinaus hat sich die Allg. Sprachwissenschaft/ Sprachtypologie nie wirklich für Eigennamen interessiert - es gibt fast keine cross-linguistischen Studien zu Eigennamen - was auch daran liegt, dass Eigennamen in deskriptiven Grammatiken zu einzelnen Sprachen oft übergangen werden. In diesem Seminar sollen die Studien besprochen werden, die etwas genau zu diesen unterbelichteten linguistischen Aspekten von Eigennamen beitragen. In einem ersten Teil sollen die verschiedenen Typen von Eigennamen detaillierter besprochen werden. In einem zweiten Teil soll die Grammatik von Eigennamen behandelt werden, zuerst am Deutschen (das in dieser Hinsicht am besten erforscht ist), und dann auch in anderen Sprachen. Die dezidiert typologischen Studien, die zu Eigennamen (vor allem an der Uni Regensburg) bereits initiiert worden sind, sollen vorgestellt werden. In einem dritten Teil sollen Studien besprochen werden, die die Pragmatik von Eigennamen in den Blick nehmen (auch hier gibt es nicht viele einschlägige Studien!) und Eigennamen aus ethnologischer bzw. kultur-anthropologischer Perspektive erforschen. Dabei geht es z.B. um Benennungspraktiken in den Sprachen/ Kulturen der Welt.