Feste waren von immenser Bedeutung für die Kultur der Höfe und Städte im
Mittelalter. Der Alltag des mittelalterlichen Menschen wurde durch
zyklisch wiederkehrende Feste strukturiert (u.a. kirchliche Feiertage,
Feste als Fixpunkte für Aussaat und Ernte, Volksfeste, Karneval etc.).
Zudem markierten Feste damals wie heute wichtige Stationen im Leben
eines Menschen (z.B. Taufe, Hochzeit und Begräbnis als
standesunabhängige Festanlässe; Schwertleite und Begängnis als
standesabhängige Festanlässe). Dazu kommen politische Festanlässe wie
Krönungen, Hoftage und Herrschereinzüge. Das Seminar nimmt
verschiedenste Aspekte der mittelalterlichen Festkultur in den Blick:
Ablauf, Organisation und wichtige Bestandteile wie Festmähler, Turniere,
Unterhaltung oder repräsentative Kleidung; Feste als Bühne der
Selbstdarstellung für Herrschende, Adelige und städtische Eliten;
Regulationen von Festen (z.B. durch Festordnungen); Rangstreitigkeiten
bei Festen uvm. Dabei werden sowohl urkundliche Quellen, administratives
Schriftgut (z.B. Korrespondenzen, Rechnungen, Festordnungen),
historiographische Quellen (z.B. alleinstehende Festberichte oder
Berichte in Chroniken), literarische Quellen (z.B. Festgedichte,
Festdarstellungen in höfischen Romanen) als auch bildliche Darstellungen
herangezogen. Das Seminar vermittelt wichtige Grundlagen für eine
wissenschaftliche Arbeitsweise, die Analyse mittelalterlicher Quellen
und den Umgang mit Forschungsliteratur.
- Trainer/in: Ljubov Avila
- Trainer/in: Isabell Hesse
- Trainer/in: Sonja Neumeier


