Übung zur Vorlesung "Einführung in die Digital Humanities"
- Trainer/in: Mareike Schumacher
Übung zur Vorlesung "Einführung in die Digital Humanities"
Übung zur Vorlesung "Einführung in die Digital Humanities"
Beginnend in den 1980er-Jahren ist die heterogene Theorienfamilie des Kommunitarismus eine der einflussreichsten Herausforderungen des modernen Liberalismus. Der Kommunitarismus richtet sich insbesondere gegen liberale Ansätze, die von einem autonomen, vorsozialen Individuum ausgehen. Kommunitaristische Theorien betonen demgegenüber, dass Freiheit, Identität und Selbstverwirklichung nur auf der Grundlage sozialer Bindungen, geteilter Werte und gemeinschaftlicher Praktiken möglich sind.
Seine anhaltende Aktualität bezieht der Kommunitarismus aus seiner Diagnose moderner Gesellschaften, die er als von sozialer Fragmentierung, Identitätskonflikten und dem Verlust gemeinsamer normativer Orientierungen geprägt sieht. In diesem Kontext fungiert er als kritisches Korrektiv liberaler Ordnungen, indem er auf die Bedeutung von Gemeinschaftssinn, sozialer Integration, Bürger*innentugenden und zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation als Grundlagen für demokratische Praxis verweist.
In der Auseinandersetzung mit dem Kommunitarismus fokussiert sich die Übung auf das Werk von zentralen Autoren: Michael Sandel, Alasdair MacIntyre und Michael Walzer. In enger Primärtextlektüre über jeweils mehrere Sitzungen hinweg wird deren Werk ausführlich besprochen und analysiert. So soll beispielhaft ein vertiefter Einblick in die Liberalismuskritik, die Argumentationsstruktur und die Vorschläge kommunitaristischer Theorien gewonnen werden.
Die erfolgreiche Teilnahme an der Übung erfordert eine intensive Textvorbereitung, die aktive Teilnahme an der Diskussion, ein Referat und – im Falle einer benoteten Übung – die Abgabe einer Hausarbeit.
Handel im Mittelalter und der Frühen Neuzeit: die Bedeutung von Regensburg, Nürnberg und Augsburg als ökonomische Zentren
Es gibt wohl wenige Regensburger Studierende, die sich nicht schon an, unter oder auf der Steinernen Brücke getroffen, gefeiert, gelernt oder einfach nur den Sommer genossen hätten (zumindest solange es erlaubt war). Den meisten wird die handelspolitische Bedeutung der während der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbauten Brücke bewusst gewesen sein, liegt sie doch nicht nur (nahezu) am nördlichsten Punkt der Donau, sondern an dem einzigen großen Fluss Mitteleuropas, der in Ost-West-Richtung fließt. Tatsächlich ist die günstige handelspolitische Lage ein Grund für den Aufstieg Regensburgs im ausgehenden Hochmittelalter. Schon im 13. Jahrhundert aber war eine ökonomische Abwärtsbewegung erkennbar, die sich an der Wende von Mittelalter zur Frühen Neuzeit fortsetzte. Längst waren zuerst Nürnberg und dann auch Augsburg zu zentralen süddeutschen Handelsmetropolen aufgestiegen. Die Übung will exemplarisch die grundlegenden politischen Strukturen der drei Städte klären, die wichtigsten Akteure – Familien als Einzelkaufleute wie Handelsgesellschaften als überpersonale Organisationsformen – und ausgewählte Fernhandelsverbindungen vorstellen. Dabei sollen der Wandel von Handelswegen und gehandelten Gütern sowie die jeweiligen Rückwirkungen auf die politischen wie sozialen Verhältnisse in den drei Städten zumindest schlaglichtartig beleuchtet werden. In zeitlicher Hinsicht werden Entwicklungen zwischen dem ausgehenden Hochmittelalter und der anbrechenden Frühen Neuzeit betrachtet werden.
Literaturhinweise:
Peter Schmid (Hrsg.), Geschichte der Stadt Regensburg, 2 Bände, Regensburg 2000; Klaus Fischer, Regensburger Hochfinanz. Die Krise einer europäischen Metropole an der Wende zur Neuzeit, Regensburg 2003; Klaus Fischer, Der Regensburger Fernhandel und der Kaufmannsstand im 15. Jahrhundert, Regensburg 1990; Hektor Ammann, Nürnbergs wirtschaftliche Stellung im Spätmittelalter, Nürnberg 1970; Michael Diefenbacher, Handel im Wandel. Die Handels- und Wirtschaftsmetropole Nürnberg in der frühen Neuzeit (1550–1630), in: Bernd Kirchgässner/Hans-Peter Becht (Hrsg.), Stadt und Handel, Sigmaringen 1995, 63–81; Johannes Burkhardt (Hrsg.), Augsburger Handelshäuser im Wandel des historischen Urteils (Colloquia Augustana 3), Berlin 1996; Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396–1521. Beitrag zu einer Strukturanalyse Augsburgs im Spätmittelalter, München 1995; Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150–1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Köln/Weimar/Wien 2012; Hans-Heinrich Vangerow, Handel und Wandel auf der Donau von Ulm bis Wien in den Jahren 1583 bis 1651, 2013; Michael Gassert, Kulturtransfer durch Fernhandelskaufleute. Stadt, Region und Fernhandel in der europäischen Geschichte ; eine wirtschaftshistorische Untersuchung der Beziehungen zwischen wirtschaftlichen Vorgängen und kulturellen Entwicklungen anhand von Karten. 12. bis 16. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 2001; Jörg Oberste/Susanne Ehrich (Hrsg.), Italien als Vorbild? Ökonomische und kulturelle Verflechtungen europäischer Metropolen am Vorabend der ‚ersten Globalisierung‘ (1300–1600), Regensburg 2019.
Hector Berlioz’ Grand traité d’instrumentation et d’orchestration (1843) ist die mit weitem Abstand prominenteste Instrumentationslehre des 19. Jahrhunderts und gilt spätestens seit der durch Richard Strauss überarbeiteten Fassung (Instrumentationslehre von Hector Berlioz, 1905) als das Kompendium zur Orchestrierung schlechthin. Gleich vorweg: Ziel dieser Übung ist es keineswegs, den Teilnehmern eine Anleitung zur Instrumentierung im Sinne kompositorischen Handwerks zu geben. Berlioz’ und Strauss’ Ausführungen werden hier nicht als definitive Erkenntnisse zur Orchesterbehandlung verstanden, sondern als Dokumentation einer Klangästhetik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die sich Früherem und Späterem gegenüberstellen lässt. Die antreibende Frage ist, wie sich in Instrumentationslehren der Blick auf die Orchesterverwendung verändert hat bzw. wo Kontinuitäten herrschen. Dazu erschließen wir uns das reichhaltige Angebot an Instrumentationslehren vom 19. bis hinein ins 21. Jahrhundert – mit Autoren, die oftmals ähnlich prominent waren wie Berlioz –, ziehen Vergleiche und sehen, wie sich das Komponieren für Orchester im Laufe der Zeit gewandelt hat.

Theorie und Methode
Bilder hatten (oder haben?) es schwierig, in der textfixierten Geschichtswissenschaft ernst genommen zu werden – daran ändert lange auch der Umstand nichts, dass die Missachtung des genuinen Quellenwerts von Bildern beklagt wurde. Doch was wäre 9/11 oder die Fußball-WM von 2014 ohne die Erinnerung in Bildern? Erinnerung wir unsere Vergangenheit nicht mindestens so sehr in Bildern wie in Worten und Texten? Die Übung will dafür sensibilisieren, dass Bilder eben nicht objektiv, sondern sowohl ihre Produktion wie ihre Rezeption historisch-politisch bedingt sind. Sie sind somit keineswegs (nur) Abbild, sondern beeinflussen das Verhalten der beteiligten Akteure, zeigen geistige Einstellungen von Menschen und Epochen, dienen politischer Legitimation und lenken die Wahrnehmung des Betrachters (weshalb Bilder weit häufiger der Zensur anheimfallen als Texte). Finden Bilder überdies Eingang in das kulturelle Gedächtnis, kommt Ihnen einen zentrale Rolle bei der Bildung des Geschichtsbewusstseins zu. Die Übung wird verschiedene Ebenen der Bildanalyse umfassen, nach konkreten Produktionsbedingungen genauso fragen wie nach formalen und inhaltlichen Aspekten oder auch dem, was nicht abgebildet und also verschwiegen wird. Historische Aufnahme- und Rezeptionskontexte sind hierbei ebenso in den Blick zu nehmen wie bildimmanente Strukturen und die Verwendungspraxis von Bildern. Ziel ist der Nachweis, dass Bilder den Zeitgeist nicht nur reproduzieren, sondern ihn auch beeinflussen, mitunter sogar „an der Wirklichkeit etwas sichtbar machen, das wir ohne sie nie erführen“ (G. Boehm) – dass also anhand einer Mediengeschichte auch sozialgeschichtliche Fragen beantwortet werden können. Vor der konkreten Analyse ausgewählter Bilder aus der bayerischen Geschichte zwischen dem späten 19. und dem 21. Jahrhundert wird eine ausführliche Diskussion theoretischer Modelle der „visual history“ stehen. Die Bereitschaft zur selbständigen umfassenden Lektüre und Diskussion wird daher für die Teilnahme vorausgesetzt.
Einführende Literatur: Martin Schulz, Ordnungen der Bilder. Eine Einführung in die Bildwissenschaft, München 2005; Gerhard Paul, Von der Historischen Bildkunde zur Visual History; in: Ders. (Hrsg.), Visual History. Ein Studienbuch, Göttingen 2006, 7–36; Malte Zierenberg/Annelie Ramsbrock/Annette Vowinckel (Hrsg.), Fotografien im 20. Jahrhundert. Verbreitung und Vermittlung, Göttingen 2013; Thomas Hertfelder, Die Macht der Bilder. Historische Bildforschung, in: Andreas Wirsching (Hrsg.), Oldenbourg Geschichte Lehrbuch. Neueste Zeit, München 2009, 281–292.
John
Rawls gilt als einer der bedeutendsten PhilosophInnen und als
Wiederbegründer der politischen Philosophie im 20. Jahrhundert – sein
Werk prägt bis heute in erheblichem Maße politiktheoretische und
philosophische Diskurse. Mit seinem 1971 erschienenen ersten Hauptwerk A Theory of Justice
und dem darin entwickelten Konzept der „Gerechtigkeit als Fairness“
wird Rawls primär als Gerechtigkeitstheoretiker bekannt. In späteren
Schriften und insbesondere in Political Liberalism, das 1993
erschien, greift der Philosoph die in seiner Gerechtigkeitstheorie
bereits angelegten liberalen und demokratietheoretischen Elemente auf
und vertieft Fragen nach dem Umgang mit der weltanschaulichen Diversität
der BürgerInnen, der Legitimierung politischer Entscheidungen und der
dauerhaften Stabilität eines liberalen demokratischen Staates. Neben der
Auseinandersetzung mit den gerechtigkeitstheoretischen Fundamenten
zielt die Übung insbesondere darauf ab, den demokratietheoretischen
Konzepten und Ansätzen in John Rawls‘ Theorie nachzugehen. Dabei soll
auch der Frage Raum gegeben werden, inwiefern seine theoretischen
Konzepte für gegenwärtige Herausforderungen der (digitalisierten)
demokratischen Gesellschaften fruchtbar gemacht werden können.
Das
Seminar ist als Lektüreseminar konzipiert, in dessen Rahmen die
themenbezogene Auseinandersetzung mit John Rawls‘ Primärtexten im
Vordergrund steht, um neben inhaltlichen Aspekte auch einen Eindruck und
ein Gefühl für die Strukturierungsarbeit und den Schreibstil zu
gewinnen. Wir werden uns dabei vornehmlich mit Rawls‘ zweitem Hauptwerk Political Liberalism auseinandersetzen, uns aber auch anderen Werken wie A Theory of Justice und dem Aufsatz The Idea of Public Reason Revisited
widmen. Die Erarbeitung der Ausschnitte aus den Primärtexten wird
außerdem durch den Einbezug systematisch relevanter Sekundärliteratur
ergänzt und unterstützt.
Die Digital Humanities gewinnen in den Geschichtswissenschaften zunehmend an Bedeutung. Diese Übung verknüpft daher die traditionelle historische Quellenarbeit in Archiven mit der Anwendung einer relationalen Datenbank und dem Graphdatenbankprogramm Neo4J. Nach einer einführenden Phase zu relationalen Datenbanken und Neo4J sollen die Teilnehmer:innen anhand archivalischer Quellen zur jüdischen Gemeinde von Floß in die bestehende Datenbank "Prosopographische Datenbank jüdischer Personen in der Frühen Neuzeit" eingebunden und veröffentlicht werden.
Diese praktische Übung ermöglicht es den Kursteilnehmer:innen, einen Beitrag zur Erforschung der jüdischen Gemeinden in der Frühen Neuzeit im heutigen Bayern zu leisten. Dabei setzen sie sich sowohl mit Themen wie jüdischer Genealogie, Onomastik (Namenskunde) und Prosopographie auseinander und erwerben/vertiefen ihre paläographischen Fähigkeiten. Gleichzeitig erwerben sie ein solides Fundament im Umgang mit relationalen Datenbanken in der Geschichtswissenschaft. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht es den Studierenden, nicht nur ihre technischen Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch ein tieferes Verständnis für die komplexe Geschichte der jüdischen Gemeinden in der Frühen Neuzeit zu entwickeln. Vorkenntnisse in den Digital Humanities sowie im Transkribieren von frühneuzeitlichen Handschriften sind nicht zwingend notwendig.Seit langem spricht man vom „technischem Zeitalter” und versteht den Menschen als „homo faber”. Neuerdings macht auch die Rede vom „homo digitalis” die Runde. In der Tat: keine Politik und keine Lebensform, keine Gesellschaft und keine Kultur scheint sich heutzutage dem Fortschritt der Technik entziehen zu können. Wäre damit gegenwärtig die Technik das interkulturelle Verbindende? Sorgt sie für Transformationen der politischen und privaten Sphären? Oder ist sie vielmehr ein europäisches, westliches Ereignis, das nicht nur die Zerstörung fremder Kulturen vorantreibt, sondern auch wesentlich zu einer „neoliberalen Psychopolitik” beiträgt?
Die Übungsveranstaltung beschäftigt sich in kursorischer Lektüre mit Schlüsseltexten, die versuchen, die Relation zwischen Technik, Kultur und Politik neu auszuloten. Zur Sprache kommen dabei Autoren und Autorinnen wie Hannah Arendt, Herbert Marcuse, Enrique Dussel und Byung-Chul Han.
Montag, 14-16 Uhr, Veranstaltungsnummer D-33197
In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Regensburg sollen anhand archivalischer Bestände Besuche der bayerischen Könige in Regensburg im 19. und 20. Jahrhundert untersucht werden. Als Ergebnis der Übung ist eine Ausstellung geplant. Ob diese als Präsenzausstellung oder nur virtuell möglich sein wird, ist noch nicht klar, sollte aber noch geklärt werden. Nach Möglichkeit werden zu den Archivalien aus dem Stadtarchiv auch Quellen von anderen Einrichtungen in Regensburg herangezogen werden. Die Teilnehmer/innen an der Übung sollten zumindest paläographische Grundkenntnisse mitbringen, da viele der archivalischen Quellen handschriftlich vorliegen. Die Teilnehmer/innen sollten einzelne Themen selbständig erarbeiten und in den Sitzungen dem Plenum präsentieren.
Da wohl nicht alle Teilnehmer/innen paläographische Grundkenntnisse besitzen werden, wird in den ersten Sitzungen eine Einführung in die Paläographie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gegeben werden.
Die Übung wird in Form von Zoom-Konferenzen stattfinden. Falls möglich, wird auch das Stadtarchiv Regensburg besucht werden.
Als Leistungsnachweis werden gefordert: regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen, Quellenarbeit, Präsentation von Themen zu einer Ausstellung.
Dr. Georg Köglmeier

In Deutschland gibt es eine enorme Dichte an größeren und kleineren musikbezogenen Institutionen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten: von Verlagen, Bibliotheken, Archiven und Museen über Forschungsinstitute bis hin zu Orchestern und Ensembles, Musikspielstätten, Festivals, Opernhäusern, Rundfunk und Musikmessen. Als Musikwissenschaftler:in sollte man die vielfältige Landschaft kennen, auch weil sie für die spätere Berufspraxis (und für die Suche nach Praktikumsmöglichkeiten) relevant ist. Eine umfassende Darstellung wird aufgrund der schieren Menge an musikrelevanten Institutionen nicht möglich sein. Ziel der Übung ist es vielmehr, sich einen Überblick über die musikalische Landschaft zu verschaffen und eine Art Topographie des breitgefächerten Musiklebens in Deutschland zu entwickeln. Eine zentrale Anlaufstelle wird das Deutsche Musikinformationszentrum sein. Ein besonderer Fokus liegt auf Regensburger Institutionen (wie etwa der Bischöflichen Zentralbibliothek, dem Sudetendeutschen Musikinstitut, den Tagen Alter Musik und dem Kammermusikfestival) einerseits und auf der Arbeit der Gesellschaft für Musikforschung, des Fachverbands der in Deutschland tätigen Musikwissenschaftler:innen, andererseits.
Da vom 25. April bis zum 8. November 2026 die bayerische Landesausstellung in Freyung dem Thema "Musik in Bayern" gewidmet sein wird (s. https://musikin.bayern/), werden Vertreter:innen vom Haus der bayerischen Geschichte, welches die Landesausstellung veranstaltet, an einer Sitzung teilnehmen und mit uns über das Konzept der Ausstellung sprechen. Im Rahmen der Übung wird es außerdem am 7. November eine Exkursion nach München geben, wo wir die Musikinstrumentensammlung des Deutschen Museums und die Bayerische Staatsbibliothek besuchen.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts hin fand die Musikwissenschaft als institutionell verankerte Disziplin Eingang in das Sortiment etablierter Geisteswissenschaften des westlichen Kulturkreises. Auch wenn die philosophische, theoretische und auch historische Beschäftigung mit Musik nicht erst hier begann, wird damit doch der Zeitrahmen abgesteckt, auf dem der Fokus der Übung liegen wird: Geschichte und inhaltliche Orientierung der Musikwissenschaft als akademischen Disziplin in Forschung und Lehre.
Ein erster Schwerpunkt ist daher eine Geschichte des Faches rund um die Herausbildung von musikwissenschaftlichen Institutionen, das Wirken einflussreicher Persönlichkeiten der Musikforschung und die frühe Selbstwahrnehmung des Faches, wobei ein internationaler Blick angestrengt werden soll.
Ein zweiter Schwerpunkt der Übung wird auf den Veränderungen und Akzentsetzungen liegen, denen die inhaltliche Ausrichtung des musikwissenschaftlichen Diskurses im Laufe der Zeit unterworfen war. Bezieht sich der erste Schwerpunkt stärker auf die frühe Etablierungsphase des Faches, wird es bei letzterem auch um Debatten gehen, die in neuerer Zeit aus der Fach-Community heraus zum Selbst- und Außenbild der Musikwissenschaft geführt werden (wobei es insbesondere um diverse Aspekte der historischen und bestehenden Einseitigkeit und Diskriminierung geht, mit denen sich nicht nur die Musikwissenschaft auseinanderzusetzen hat).
Vor dem Hintergrund des Aufstiegs autoritär-populistischer Parteien und der Herausforderungen, vor die sie liberale Demokratien stellen, wird in der Öffentlichkeit vermehrt über eine Spaltung der Gesellschaft diskutiert. Da Polarisierungsprozesse häufig als Teil einer demokratischen Krise interpretiert werden, widmet sich auch die Politikwissenschaft diesem Thema in den letzten Jahren verstärkt. Hinsichtlich der Ursachen und Auswirkungen von Polarisierung herrscht dabei Uneinigkeit.
Die Übung strebt die länderübergreifende Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Polarisierung an, wobei Entwicklungen auf der gesellschaftlichen Ebene im Fokus stehen. Ausgehend von einem Überblick über verschiedene Formen von Polarisierung werden Polarisierungsdynamiken in verschiedenen westlichen Demokratien gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. In der zweiten Hälfte des Kurses sollen auf Basis interdisziplinärer Erklärungsansätze deren Ursachen ergründet werden. Abschließend werden mögliche Folgen für Gesellschaft und Demokratie diskutiert.
Abstract:
Angesichts ihres Niedergangs im 18. Jahrhunderts, der in den drei polnischen Teilungen mündete, wurde die soziale, politische und rechtliche Verfassung der polnisch-litauischen Rzeczpospolita mit ihrem schwachen Wahlkönigtum meist negativ als Sonderweg in der europäischen Geschichte verstanden. Gegenüber den effizienteren „absoluten“ Monarchien des Kontinents sei die Regierung kaum handlungsfähig gewesen. Denn schließlich reichte es, dass ein einziger Adliger sein liberum veto (Vetorecht) geltend machte, um den Sejm, also das Parlament lahmzulegen. So sei es auch vorprogrammiert gewesen, dass sich das Land im Wettkampf der Mächte nicht würde behaupten können.
Doch war die Adelsrepublik der ausgedehnteste Staat im Europa der Frühen Neuzeit (das Moskauer Reich rechnete man nicht eindeutig zu Europa). Sie reichte in ihrer Blütezeit in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert von der Ostsee bis fast ans Schwarze Meer und umfasste das Territorium des heutigen Polens (weitgehend), Litauens, Lettlands, Weißrusslands, der Ukraine, sowie Teile des heutigen Estlands, Russlands, Moldawiens und Rumäniens. Als Vielvölkerreich beherbergte sie unterschiedlichste Konfessionen und Religionen. Neben den Titularnationen, meist katholische Polen und katholische wie protestantische Litauer, lebten dort orthodoxe und unierte Ukrainer und Weißrussen, meist protestantische Deutsche und Esten, sowie Juden, muslimische Tataren, apostolische Armenier und noch einige kleinere Minderheiten. Es gab sowohl friedliches konfessionelles Mit-/Nebeneinander und Toleranz, auch von Seiten des Staates, als auch Diskriminierung, Konversionsdruck und heftige gewalttätige Konflikte entlang sozialer, religiöser und ethnischer Konfliktlinien. Zwar ist die sog. „Sintflut“ (potop) als Anfang vom Ende verstanden worden. Denn in der Jahrhundertmitte wurde das Land zunächst von einem riesigen Bürgerkrieg mit Kosaken und Bauern in seinen Grundfesten erschüttert (ab 1648), um dann zusätzlich noch von russischen, schwedischen und osmanisch-krimtatarischen Invasoren überschwemmt zu werden. Doch hatte sich die polnisch-litauische Armee nicht nur bis in die 1630er Jahre sehr gut gegen das Moskauer Reich behaupten können, sondern 1683 war es wiederum der polnische König Jan Sobieski mit seinen Truppen, der eine führende Rolle bei der Vertreibung der Osmanen aus der Umgebung von Wien wie auch aus Ungarn und großen Teilen Europas spielte. Insofern lässt sich das 17. Jahrhundert keineswegs so eindimensional bewerten, wie es in der Geschichtsschreibung oft geschehen ist.
In der Übung werden wir einzelne Sonden setzen und dabei besonderes Augenmerk auf die Wahrnehmung der Zeitgenossen selbst richten, die im 17. Jahrhundert natürlich noch nichts von den späteren Teilungen ahnten. Da die Entwicklungen im Land von der europäischen Publizistik teilweise sehr aufmerksam verfolgt wurden, werden wir dabei v.a. mit Quellen in westlichen Sprachen arbeiten können.
Literatur:
Stone, Daniel: The Polish-Lithuanian State, 1386-1795. University of Washington Press 2001.
Plokhy, Serhii: The Gates of Europe. A History of Ukraine. Penduin Random House UK, 2015.
Bömelburg, Hans-Jürgen et al. (Hrg.): Polen in der europäischen Geschichte: Ein Handbuch in vier Bänden. Band 2: Frühe Neuzeit. Hiersemann, Stuttgart 2017.
Leistungsnachweis: regelmäßige Anwesenheit, Lektüre und Mitarbeit. Vorbereitung einzelner Themen zur Gestaltung der Sitzungen/ Impulsreferate.
In den 60er und 70er Jahren des XX. Jahrhunderts formieren sich in Lateinamerika unterschiedliche politische Bewegungen, die auf Befreiungen angelegt sind. Die Einschränkung von Minderheitsgruppen, die Repression durch Militärdiktaturen, die Unterdrückung der Armen geben vielerorts Anlass zu kritischen Stellungsnahmen, politischen Protesten, sozialen Revolten. Das Motto ist nun, sich von den herkömmlichen, europäisch geprägten Ideologien zu lösen und eine originelle, praxisnahe Denk- und Lebensformen zu propagieren.
Anhand der Lektüre exemplarischer Texte – wie von Enrique Dussel, Paulo Freire, Leonardo und Clodovis Boff, Eduardo Galeano, Rubem Alves, Gustavo Gutiérrez – setzt sich das Seminar mit Grundgedanken, Aktualität und nicht zuletzt mit den philosophischen Voraussetzungen der Befreiungstheorien auseinander.
Als Teildisziplin der „New Musicology“ entwickeln sich seit etwa 30 Jahren Forschungsfragen über Gender und Sexualität in der Musik, die sich anfangs vor allem mit Frauen und dem Weiblichen in der Musik beschäftigten. Neuere Publikationen berücksichtigen daran anknüpfend ein inklusiveres Spektrum von sozialen und biologischen Geschlechtern im wissenschaftlichen Diskurs um ihre Bedeutung für Musik, ihre Akteure und Rezipienten und lassen sich unter dem Begriff der Queer Musicology subsumieren.
Der Kurs vermittelt Grundlagen aktueller Forschungen über Gender und Musik mit Fokus auf Queer Music(ology) und diskutiert in einem interdisziplinären Kontext Bedeutung, Sinn und Konstruktionen von Geschlecht und sozialen Identitäten in der Musik.
Von 1806 bis 1918 war Bayern ein Königreich. Im Rahmen der Übung sollen anhand von Quellen die Grundstrukturen dieses Staates - das Königtum und das System der konstitutionellen Monarchie - untersucht, die entscheidenden Personen - die Könige, Prinzregenten und Minister - vorgestellt und die jeweiligen Entwicklungen verfolgt und kritisch hinterfragt werden.
Der Erste Weltkrieg (1914-1918) fand militärisch zum größten Teil außerhalb Deutschlands statt. Aber auch die sog. Heimat war vom Krieg betroffen. Der Krieg führte dort zu wachsenden Versorgungsmängeln: Es fehlte an Lebensmitteln und an Heizmaterialien. Hunderttausende Menschen in Deutschland verhungerten. Überall fehlten Arbeitskräfte. Kaum eine Familie hatte keinen Gefallenen oder Verwundeten zu beklagen. Am Ende des Krieges kam es zu Unruhen bis hin zur Revolution vom November 1918.
Welche Auswirkungen der Krieg auf Regensburg besaß, soll in der Übung behandelt werden. Regensburg hatte insofern noch eine besondere Nähe zum Kriegsgeschehen, als sich hier ein großes Kriegsgefangenenlager befand, das auch vorgestellt werden soll. Zudem soll ein Überblick über den Kriegsverlauf sowie die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen in der Stadt und ihre Entwicklung im Laufe des Krieges gegeben werden.
Nach Möglichkeit werden auch Exkursionen im Rahmen der Übung durchgeführt.
Mit der Aussage, die Religion sei das Opium des Volkes, hat Karl Marx Geschichte geschrieben. Von manchen geschätzt, von vielen kritisiert, verfügen seine Gedanken unbestritten auch heute noch über eine Strahlkraft, die weit über das linksgerichtete parteipolitische Spektrum hinausreicht. Anlässlich seines 200. Geburtstags wird 2018 mancherorts das Marx-Jahr gefeiert – Grund genug, kritisch zu hinterfragen, was wir von seinen Ausführungen zur Religion lernen können. Auch der hierzulande verhältnismäßig unbekannte Zeitgenosse von Marx, Alexis de Tocqueville, hat sich mit der Religion und ihrer instrumentellen Funktion auseinandergesetzt. Zeit seines Lebens verschrieb er sich einer Analyse der liberalen Demokratie, die heute aktueller scheint, denn je und nicht ohne Religion gedacht werden kann. Im Zentrum des Seminars steht ein Vergleich, der die jeweiligen Überlegungen zur Religion in den Blick nimmt. Er gibt Aufschluss über aktuelle Implikationen für das Verhältnis von Religion und Politik.
Die Übung ist als Leseseminar konzipiert – als solches setzt sie die Bereitschaft zur gründlichen Textvorbereitung und intensiver gemeinsamer Lektüre im Seminar voraus.
Ziel dieser Übung ist nicht etwa ein Stimmtraining oder gar eine Gesangsausbildung. Wir wollen vielmehr anhand von einschlägigen Quellentypen und -formaten lernen, wie man aus diesen Quellen musizieren kann, welche Probleme dabei auftauchen (z. B. Textunterlegung, notationstechnische Schwierigkeiten usw.) und wie diese zu lösen sind. In der ersten Sitzung erfolgt eine Einführung in die weiße Mensuralnotation, die es jedem Teilnehmer ermöglichen soll, erfolgreich an der Übung teilzunehmen. Außerdem soll versucht werden, mit möglichst „leichten” Stücken anzufangen, sodass der Schwierigkeitsgrad im Laufe des Semesters allmählich gesteigert werden kann. In diesem Semester steht das Madrigal im 16. Jahrhundert im Mittelpunkt.
Warum machen Leute überhaupt Urlaub? Während Reisen und Migration schon seit Jahrtausenden fester Bestandteil menschlichen Lebens sind, handelt es sich beim Phänomen des Tourismus um ein Produkt der Moderne. Erst im 19. Jahrhundert schafften technologische Innovationen wie die Eisenbahn oder der Telegraf die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen strukturierten und oftmals kommerziell gesteuerten Tourismus, während gleichzeitig die Schattenseiten von Industrialisierung und Urbanisierung das Bedürfnis bürgerlicher Schichten nach außerstädtischer Erholung wachsen ließen. In den Zwischenkriegsjahren wandelte sich der Tourismus dann zu einem Massenphänomen, welches nicht zuletzt vom Nationalsozialismus stark instrumentalisiert wurde. Und auch im geteilten Deutschland des Kalten Kriegs blieb Tourismus zutiefst politisch: In der DDR organisierten staatliche Organisationen wie der FDGB-Feriendienst oder die FDJ den Tourismus nach ideologischen Prämissen, während im Westen die zunehmend obligatorischen Sommerurlaube in Italien oder Spanien eine bedeutende Rolle im Wandel der jungen Bundesrepublik zu einer Konsum- und Freizeitgesellschaft spielten. Heute steht der ausufernde „Jetset“-Tourismus einerseits für die global vernetzte Welt kosmopolitischer Eliten, gleichzeitig jedoch auch für rapide wachsende soziale Ungleichheiten und ökologischen Frevel – zumindest bis Corona.
Diese Übung befasst sich mit dem Phänomen des Tourismus aus historischer Perspektive. Weshalb entstand der Tourismus ausgerechnet im 19. Jahrhundert, und welche strukturellen Rahmenbedingungen waren hierfür notwendig? Welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen erfüllte der Tourismus, und inwiefern veränderte er sowohl Gesellschaften als auch die touristischen Räume selbst? Und wie entwickelten sich diese Dynamiken im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts? Diesen Fragen nähern wir uns anhand von aktueller Forschungsliteratur sowie einer Vielzahl abwechslungsreicher Quellen wie beispielsweise Reiseführern, Postkarten und Werbefilmen an.
Hinweis zum digitalen Ablauf: Der Kurs wird (voraussichtlich) digital unterrichtet und ist in fünf größere Themenblöcke gegliedert, was die Vorteile asynchroner und synchroner Lehre miteinander vereint. Jeder Themenblock besteht aus einem einführenden Lehrvideo, einer Auswahl passender Literatur und Quellen, interaktiven asynchronen Diskussionsformaten sowie jeweils einer abschließenden synchronen Zoom-Sitzung. Für jeden dieser fünf Themenblöcke ist eine Arbeitsaufgabe anzufertigen, zu welcher Sie individuelles Feedback erhalten. Die fünf überarbeiteten Aufgaben stellen dann als „Portfolio“ die Bewertungsgrundlage des Kurses dar.
Unter dem Begriff Stadtrecht bzw. Marktrecht versteht man im weiteren Sinne die besonderen rechtlichen Verhältnisse in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt bzw. in den Märkten in dieser Zeit, die Gesamtheit der Verfassungs- und Rechtsnormen, die innerhalb einer Stadt oder eines Marktes galten. Im engeren Sinne bilden Stadt- bzw. Marktrechte eine Gruppe von Quellen, in welchen den Bürgern einer Stadt oder eines Marktes bestimmte Privilegien gewährt wurden, die ihnen eine rechtliche Sonderstellung gegenüber der Landbevölkerung einräumten.
In der Übung sollen zunächst die Begriffe Stadt und Markt sowie Stadt- und Marktrecht geklärt und ein Überblick über die altbayerische Städtelandschaft im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit gegeben werden. Anschließend sollen anhand einiger Beispiele die Inhalte und die Bedeutung von Stadt- und Marktrechten altbayerischer Städte und Märkte sowie die Problematik dieser Quellengruppe aufgezeigt werden. Am Ende soll die Entwicklung der Stadt- und Marktrechte bis zu ihrer Aufhebung am Anfang des 19. Jahrhunderts nachgezeichnet werden. Die Beschäftigung mit dem Thema erfolgt anhand der einschlägigen Literatur und von Quellen, auch von archivalischen Quellen, die erst erschlossen werden müssen.
Leiter der Übung: Dr. Georg Köglmeier
Veranstaltungsnummer D-33210
Die Übung wird voraussichtlich im Juli 2021 als Blockveranstaltung in Form von Zoom-Konferenzen abgehalten werden.
Die Übung soll der Vorbereitung auf das schriftliche Staatsexamen (Geschichte Lehramt Gymnasium, Realschule, Mittelschule und Grundschule) dienen. Anhand von Klausurfragen zur mittelalterlichen, zur neueren und zur neuesten Geschichte Bayerns wird die Erschließung und sinnvolle Gliederung von Themen geübt. Die Teilnehmer sollen Gliederungen ausarbeiten, die in den Übungsstunden besprochen werden. Über ein Online-Formular können die Teilnehmer/innen demnächst Themen aus einer Vorschlagsliste auswählen, die sie in der Übung vorstellen wollen.
Die Übung wird voraussichtlich im Juli 2021 als Blockveranstaltung in Form von Zoom-Konferenzen abgehalten werden. Für eine Teilnahme ist eine Anmeldung an dem GRIPS-Kurs zur Examensübung notwendig. Die Anmeldung ist bis zum Abschluss der Veranstaltung möglich. Eine Zugangsbeschränkung gibt es nicht. Die Interessent/inn/en an der Übung sollen sich über LSF zu der Übung anmelden und werden dann vom Kursleiter in den GRIPS-Kurs eingeschrieben. Nähere Informationen, auch die Termine der Veranstaltung und die Zugangsdaten zu den Zoom-Konferenzen, werden den in GRIPS eingeschriebenen Teilnehmer/innen per Mail mitgeteilt werden.
Der Besuch der Veranstaltung ist freiwillig. Es können keine Leistungspunkte erworben werden. Eine Anwesenheitspflicht besteht nicht.Georg Köglmeier
Die Übung soll der Vorbereitung auf das schriftliche Staatsexamen (Geschichte Lehramt Gymnasium, Realschule, Mittelschule und Grundschule) dienen. Anhand von Klausurfragen zur mittelalterlichen, zur neueren und zur neuesten Geschichte Bayerns wird die Erschließung und sinnvolle Gliederung von Themen geübt. Die Teilnehmer sollen Gliederungen ausarbeiten, die in den Übungsstunden besprochen werden. Über ein Online-Formular können die Teilnehmer/innen Themen aus einer Vorschlagsliste auswählen, die sie in der Übung vorstellen wollen.
Die Übung soll der Vorbereitung auf das schriftliche Staatsexamen (Geschichte Lehramt Gymnasium, Realschule, Mittelschule und Grundschule) dienen. Anhand von Klausurfragen zur mittelalterlichen, zur neueren und zur neuesten Geschichte Bayerns wird die Erschließung und sinnvolle Gliederung von Themen geübt. Die Teilnehmer sollen Gliederungen ausarbeiten, die in den Übungsstunden besprochen werden. Über ein Online-Formular können die Teilnehmer/innen Themen aus einer Vorschlagsliste auswählen, die sie in der Übung vorstellen wollen.
Die Übung wird vom 23. bis 25. Februar als Blockveranstaltung in Form von Zoom-Konferenzen abgehalten. Die über SPUR angemeldeten Teilnehmer/innen werden in den GRIPS-Kurs eingeschrieben. Eine Anmeldung ist bis zum Abschluss der Veranstaltung über eine Mail an georg.koeglmeier@ur.de weiterhin möglich. Eine Zugangsbeschränkung gibt es nicht.
Der Besuch der Veranstaltung ist freiwillig. Es können keine Leistungspunkte erworben werden. Eine Anwesenheitspflicht besteht nicht.Georg Köglmeier
Nach einer allgemeinen Einführung in die Paläographie, die Lehre von der Schrift, ihren Erscheinungsformen und Funktionen in den einzelnen Epochen, werden ausgewählte handschriftliche Quellen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, also aus der Frühen Neuzeit, gelesen und inhaltlich erschlossen. Die Teilnehmer sollen dabei paläographische Kenntnisse erwerben oder vertiefen und auch verschiedene typische Quellenarten der Frühen Neuzeit kennenlernen.
Falls möglich, wird im Rahmen der Übung ein Archiv besucht, in dem Originalquellen aus dieser Zeit präsentiert werden.
Nach einer allgemeinen Einführung in die Paläographie, die Lehre von der Schrift, ihren Erscheinungsformen und Funktionen in den einzelnen Epochen, werden handschriftliche Quellen zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges in Bayern gelesen und inhaltlich erschlossen. Die Teilnehmer sollen dabei paläographische Kenntnisse erwerben und über die Auswertung der gelesenen Quellen die Auswirkungen des Krieges auf Bayern erfahren.
Im Rahmen der Übung soll auch ein Archiv besucht, in dem Originalquellen aus der behandelten Zeit besichtigt werden können.
Der im Februar des Jahres 1557 in Marburg das erste Mal gedruckte Text gilt als der kommerziell erfolgreichste deutschsprachige ‚Reisebericht‘ des 16. Jahrhunderts. Die Darstellung erfolgt zweigeteilt: Im ersten Teil wird von zwei Brasilienreisen des aus dem hessischen Homberg stammenden Büchsenschützen Hans Staden erzählt. Der junge Mann heuert als Schiffskanonier an, was ihn schließlich nach Südamerika bringt. Als er im Dienste der Krone Portugals beauftragt wird, einen befestigten Stützpunkt zu verteidigen, gerät er in die Hände der Tupinambá, die als Kannibalen dargestellt sind. Die neunmonatige Gefangenschaft Stadens steht hier im Zentrum: Erzählt wird von seinen Fluchtversuchen, von mannigfachen Bedrohungssituationen, aber auch von seiner Teilnahme an Jagd- und Raubzügen des Stammes sowie seiner Integration in die für ihn fremdartige Lebenswelt. Der zweite Teil verfährt systematisch: Geschildert sind Gebräuche und Rituale der Tupinambá, ihre Lebensweise sowie Flora und Fauna. Die gesamte Reisedarstellung wird zudem durch ein sehr umfangreiches Vorwort eines Mediziners und gebildeten Humanisten eingeleitet, der in Marburg als Professor lehrte und im Dienst des Landgrafen Philipp von Hessen stand.
Die Forschungsmeinungen zu Stadens Text gehen sehr weit auseinander: Einerseits wurde er häufig als ‚authentischer Bericht‘ gelesen und zählt sogar zu den Gründungsurkunden der Ethnographie. Andererseits wurde auch bereits sehr deutlich herausgearbeitet, dass die frühen Amerikareiseberichte vielmehr Auskünfte über die Mentalitäten der Eroberer als die der beschriebenen Indigenen geben. Die Übung wird sich daher kritisch mit der Klassifizierung des Textes als ‚Reisebericht‘ auseinandersetzen und nach möglichen Deutungsperspektiven der historischen Rezipient:innen fragen.
Leiter der Übung: Dr. Georg Köglmeier
In dieser Übung soll die innen- und die außenpolitische Entwicklung Bayerns im sog. langen 19. Jahrhundert, in der Zeit von 1800 bis 1918, anhand zentraler Quellen, die kritisch ausgewertet werden sollen, verfolgt werden. Auf der Grundlage von Quellen untersucht werden - im Bereich der Innenpolitik - etwa die Erhebung Bayerns zum Königreich, die Verfassungsgebung und -entwicklung, die Revolution von 1848/49 und der Untergang der Monarchie, ferner - bezüglich der Außenpolitik - die Mitgliedschaft im Rheinbund und im Deutschen Bund sowie die Zielsetzung und das Ergebnis der bayerischen Politik bei der Gründung des Kaiserreichs.
Leiter der Übung: Dr. Georg Köglmeier
In Mittelpunkt der Übung stehen zwei im 19. Jahrhundert entstandene archivalische Quellen aus dem ländlichen Raum Bayerns. Bei beiden handelt es sich um eine Art Tagebücher. Die Verfasser, ein Kleinbauer und ein Müller, berichten über Alltägliches, das Leben auf dem Land mit Wirtshausbesuchen und Kirchenfesten, über – gerade für die ländliche Bevölkerung wichtige – Wetterereignisse wie Hochwasser und Eisstöße, aber auch über manche Kuriositäten und weltgeschichtliche Ereignisse wie die napoleonischen Kriege, die auch in Bayern Spuren hinterlassen haben. Diese Quellen sollen anhand von quellenkritischen und inhaltlichen Fragen untersucht werden.
Paläographische Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt und sind auch nicht unbedingt nötig, weil – zumindest rudimentäre – Transkriptionen vorliegen, wären aber durchaus von Vorteil.
Beim Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft am Ende des Zweiten Weltkriegs war Bayern kein Staat mehr, sondern nur noch ein Verwaltungsbezirk. Die Regierungsgewalt übernahm die amerikanische Besatzungsmacht. Unter deren Aufsicht begann die allmähliche Wiedererrichtung der bayerischen Eigenstaatlichkeit. Die Militärregierung setzte einen bayerischen Ministerpräsidenten ein, proklamierte die Bildung eines bayerischen Staates und gab die Ausarbeitung einer Verfassung in Auftrag. Im Dezember 1946 waren mit der Annahme der Verfassung durch einen Volksentscheid, der gleichzeitig abgehaltenen Wahl eines bayerischen Landtags und der mittlerweile stattgefundenen Gründung von politischen Parteien wichtige Schritte auf dem Weg zur Errichtung einer neuen bayerischen Staatlichkeit zurückgelegt. Dieser Neubeginn vollzog sich unter äußerst schwierigen Umständen, die von drückenden wirtschaftlichen Problemen, der sogenannten Entnazifizierung und der Flüchtlingsproblematik geprägt waren.
In der Übung soll die dargestellte Entwicklung anhand von Quellen und Literatur, die gemeinsam gelesen und interpretiert werden, nachgezeichnet werden. Die Übung verfolgt dabei ein allgemeines methodisches und ein spezielles inhaltliches Ziel: Die Teilnehmer der Übung sollen zum einen verschiedene Quellengruppen kennenlernen und anhand der kritischen Lektüre von ausgewählten Quellentexten die historisch-kritische Methode der Geschichtswissenschaft einüben, zum anderen sollen sie einen Einblick in einen grundlegenden Abschnitt der neuesten bayerischen Geschichte gewinnen.
Übungen zur Teilvorlesung "Physikalisch-chemischer Teil" im Modul "Allgemeine Chemie"
Gruppeneinteilung durch die Studienkoordination, Frau Dr. Wanninger Weiß.
Alle Nachmeldungen und Ummeldungen bezüglich Übungsgruppen bitte nur über sie Studienkoordination, da von dort aus alles coronagerecht koordiniert werden muss.
Unterlagen zu den Übungen im Fach Datenbanken II
Unterlagen zu den Übungen im Fach Datenbanken II
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