Schon vor dem russischen Angriffskrieg 2022 wurde die Ukraine häufig im Zusammenhang mit Russland wahrgenommen. Die Ukraine stand dabei im Schatten des großen Nachbarn. Wir hinterfragen diese Sichtweise an einer Periode der ukrainischen Geschichte, die sowohl von der Gründung eines eigenen Herrschaftsverbandes als auch von der Integration der Ukraine in das Russische Reich geprägt war. Die Übung bietet einen Einblick in die historische Entwicklung der Region seit 1700, in der Ukraine eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte. Wir thematisieren, wie sich seit der Teilung der Ukraine 1667 die einzelnen ukrainischen Gebiete auseinanderentwickelten und die Heterogenität des Gebiets zunahm. Geographisch wird der Schwerpunkt auf die linksufrige Ukraine gelegt, die seit dem Vertrag von Andrusovo 1667 zum Moskauer bzw. Petersburger Reich gehörte.
Ziel der Übung ist es, dem russozentrischen Blick, der die Ukraine nur als Randgebiet Russlands zur Kenntnis nimmt, eine ukrainische Perspektive entgegenzusetzen, ohne dabei die eng miteinander verbundene Geschichte zu leugnen. Neben der russozentrischen Perspektive werden wir auch ukrainische Nationalmythen hinterfragen.
Literatur: Kappeler, Andreas: Ungleiche Brüder. Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Originalausgabe. München 2022 (= C.H. Beck Paperback, Bd. 6284).
Prüfungsleistung: Referat
- Trainer/in: Julia Herzberg