§ Globalgeschichte hat sich in den letzten Jahren als möglicher Zugang im Geschichtsunterricht etabliert, wie beispielsweise die Lehrbuchrubrik „Fenster zur Welt“ (Klett) zeigt. Er eröffnet Perspektiven jenseits nationalstaatlicher Meistererzählungen und eurozentristischer Fokussierung und rückt Verflechtungen, Transfers und asymmetrische Machtverhältnisse in den Mittelpunkt. Anhand des Beispiels Indien soll in der Übung diskutiert und mit konkreten Materialien ausprobiert werden, Geschichtsunterricht aus neuer Perspektive zu sehen und so SchülerInnen für die Vergangenheit anderer Kulturen zu sensibilisieren.
Der Kurs führt in zentrale Konzepte der Globalgeschichte ein und diskutiert deren geschichtsdidaktische Implikationen. Am konkreten Beispiel Indiens wird thematisiert, wie solche Zugänge altersgerecht, materialgestützt und curricular anschlussfähig im Unterricht umgesetzt werden können. Die indische Geschichte eignet sich in besonderer Weise für globalgeschichtliche Fragestellungen, man denke nur an: die Entstehung der Weltreligionen, den Wissenstransfer des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die „Entdeckung“ der Welt und den Kolonialismus, den Zweiten Weltkrieg, antikoloniale Bewegungen und den Kalten Krieg sowie die Bedeutung Indiens im globalisierten Handel, für die demografische Entwicklung. An ausgewählten Unterrichtsbeispielen wird gezeigt, wie Indien im Geschichtsunterricht nicht als „außereuropäischer Sonderfall“, sondern als aktiver Akteur im Rahmen der Weltgeschichte thematisiert werden kann.