Sklaverei erscheint aufgrund ihrer weiten Verbreitung in historischen und modernen Gesellschaften als eine anthropologische Konstante und universales Konzept. Dennoch gibt es zeit- und kulturspezifische Ausprägungen, die die unterschiedlichen Formen von Sklaverei bedingen. In dem Proseminar wollen wir der Frage nachgehen, welche Formen Sklaverei in der Frühen Neuzeit annehmen konnte und diese stets in Bezug auf die jeweiligen historischen Kontexten analysieren. Versklavung wird dabei verstanden als ein Prozess der Entsubjektivierung, was nicht heißt, das Sklav*innen immer passive Opfer waren. Versklavte verfügten über eine gewisse Handlungsmacht und konnten Widerstand gegen den Zustand der Unfreiheit leisten oder die schwierigen Umstände für sich zu nutzen wissen.
Anhand der Forschungsliteratur zum Thema sowie ausgewählter Quellen werden wir uns dem Thema in drei verschiedenen Blöcken nähern, die dezidiert globalhistorisch ausgerichtet sind und die transkulturellen Verflechtungen von Sklaverei in der Frühen Neuzeit in den Blick nehmen: christliche Sklaven im Osmanischen Reich (I), transatlantischer Sklavenhandel (II) und Afrikaner an europäischen Höfen (III).