Das Seminar widmet sich dem Wandel des innerdeutschen Grenzraums zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR seit 1945. Im Zentrum stehen das Grenzregime als Ort der Systemkonfrontation, die Praktiken der Grenzsicherung sowie deren Auswirkungen auf die grenznahen Regionen und Gemeinschaften auf beiden Seiten der Grenze.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Zeit nach 1989, als mit der deutschen Vereinigung die Grenze verschwand und sich der ehemalige Grenzraum grundlegend neu definierte. Im Seminar wird der Frage nachgegangen, was von der spezifischen ökologischen Situation des sogenannten „Todesstreifens“ geblieben ist – jenes Raums, der über Jahrzehnte hinweg eine eigene Charakteristik entwickelte, in dem sich Flora und Fauna vergleichsweise unbeeinträchtigt entfalten konnten.
Vor diesem Hintergrund analysieren wir Konzepte zur Erhaltung dieser besonderen Landschaft und diskutieren, wie sich Naturschutz- und Erinnerungsansprüche sowie entsprechende Praktiken zueinander verhalten. Von besonderem Interesse ist dabei das Konzept des „Grünen Bandes“, das als länderübergreifendes Naturschutz- und Erinnerungsprojekt das vormals Getrennte symbolisch und räumlich neu verbinden soll.
Hinweis: Das Seminar muss als Einführung für das Praxisseminar besucht werden.
Leistungsnachweis: aktive Teilnahme, 3 Essays (jeweils mind. 5 Seiten), die als thematische Grundlagenarbeit in das Projektseminar einfließen