Nachhaltige Entwicklung spielt für individuelles, organisationales und gesellschaftliches Handeln eine zentrale Rolle. Das Seminar fokussiert die individuelle Ebene.
Klimawandel, soziale Ungerechtigkeiten und multiple Krisen erfordern nicht nur ein Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit, sondern vielmehr auch entsprechendes Handeln auf individueller und kollektiver Ebene. Die Bereitschaft nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, ist in der Bevölkerung zwar häufig gegeben, gleichwohl scheitert es vielerorts an der konkreten Umsetzung, was mit der sogenannten Einstellungs-Verhaltens-Lücke erklärt wird. Daher stellt sich die Frage, welchen Beitrag leistet die Psychologie zur Förderung nachhaltiger Entwicklung(en)? Wie werden die empirischen Befunde nutzbar und anwendbar?
Die Lehrveranstaltung fokussiert die individuelle Ebene nachhaltiger Entwicklung und geht der Erklärung von nachhaltigem Entscheiden und Verhalten aus psychologischer Perspektive auf den Grund. Ausgehend von psychologischen Handlungstheorien im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung, werden praktische Implikationen für die Umsetzung nachhaltiger Praktiken auf Verhaltensebene anhand von Fallbeispielen aus den Lebensbereichen Arbeit, Konsum, Mobilität, Ehrenamt und Umweltschutz erarbeitet.
Diskussion und Reflexion zentraler Theorien und Konzepte der Psychologie im Kontext nachhaltiger Entwicklung und nachhaltigen Verhaltens: z. B. Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000); Sozial-kognitive Lerntheorie (Bandura, 1986); Theorie des geplanten Verhaltens (TPB, Ajzen, et al., 2018); Value-Belief-Norm (VBN; Stern, 2020); Comprehensive Action Determination Model (CADM, Klöckner, 2013); Modelle für kollektives Klimahandeln (Hamann, et al., 2024; Römpke, et al., 2019), Psychologie der Nachhaltigkeit (Hunecke, 2013), Moral Emotions Framework (Haidt, 2003), Hope Theory (Snyder, 2002).
Anwendung psychologische Theorien und Modelle auf konkrete Nachhaltigkeitsherausforderungen: nachhaltiges Konsumverhalten, nachhaltige Mobilität, Umweltschutzverhalten und Klimaaktivismus, Bildung, Ehrenamt und Engagement, Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz, insbesondere Einstellungs-Verhaltens-Gap.
Ableitung von Interventionsstrategien zur Förderung nachhaltigen Verhaltens.