Das Projektseminar widmet sich der Frage, wie Gewaltgeschichte in Museen oder in öffentlichen Räumen (re-)präsentiert wird: Welcher Narrative bedienen sich die jeweiligen Ausstellungen? Aus welchen Perspektiven werden die historischen (Gewalt-)Ereignisse erzählt? In welcher Perspektive werden Opfer, Täter und beteiligte Gruppen repräsentiert, die sich dieser Dichotomie entziehen? In welchen analytischen, gesellschaftlichen und (geschichts-)politischen Kontexten werden die Darstellungen positioniert? Welche Rolle spielen dabei die historischen, öffentlichen oder institutionellen Konstellationen, in denen diese Geschichtsrepräsentationen stattfinden? Nicht zuletzt wird auch danach gefragt, wie welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es in der Darstellung der beiden Weltkriege und des Kolonialismus gibt. Diese Aspekte werden anhand des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie der Kolonialverbrechen Belgiens behandelt. Belgien biete sich als Beispiel besonders an, da es etwa mit dem Museum „In Flanders Fields“ in Ypern und dem „Afrika Museum“ in Tervueren sowohl die Weltkriege als auch den Kolonialismus im öffentlichen Raum adressiert. Das Seminar verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen erlernen die Teilnehmer*innen die Grundlagen der Museumsanalyse. Zum zweiten werden sie ihre Einsichten und Erkenntnisse der Exkursion in eigenen Muster-Konzepten zu den besuchten Einrichtungen und Orten experimentell weiterentwickeln. Dies Anwendung stellt den expliziten Projektbezug her.