In den 2020ern prägen
erinnerungskulturelle Debatten um das „postkoloniale“ Erbe die öffentlichen
Debatten, sowohl in den Gesellschaften der ehemaligen Kolonialmächte als auch
der ehemaligen Kolonisierten. Beispiele hierfür sind Forderungen nach der
Restitution von Kunstschätzen kolonialer Provenienz (wie die Benin-Bronzen),
Kontroversen über Denkmäler (wie die 2015 gestürzte Statue von Cecil Rhodes vor
der Universität Kapstadt) und Straßennamen (wie die M*-Straße in Berlin) oder
Debatten über Reparationen (z.B. für den transatlantischen Versklavungshandel
oder den Genozid an den Ovaherero und Nama).
In dieser Übung sollen
die komplexen wissenschaftlichen, juristischen, politischen und ethischen
Fragen, die sich im Rahmen erinnerungskultureller Kontroversen über das
postkoloniale Erbe stellen, aus transnationaler Perspektive untersucht werden.
Dabei kann es um den Gegenstand gehen, die beteiligten Akteur:innen, die
Rezeptionsebene oder die gestellten Forderungen.