Vor dem Hintergrund der aktuellen Covid19-Pandemie liegt es nahe, einen
vergleichenden Blick auf frühere Epochen zu werfen, um zu verstehen,
welche Herausforderungen vor allem große Epidemien für Gesellschaften
bedeuteten und wie diese mit existenziellen Gefährdungen dieser Art
umgingen. Das Hauptseminar beschäftigt sich mit in der Frühen Neuzeit
grassierenden Seuchen wie Pest, Lepra, Ruhr, Pocken, aber auch neuen
Infektionskrankheiten wie Syphilis als einer historischen Dimension, die
trotz ihrer hohen Relevanz für Politik-, Kultur- und Sozialgeschichte
dieser Epoche in der allgemeinen Forschung oft nicht angemessen
berücksichtigt werden. In die Lehrveranstaltung integriert ist eine
Tagung zur Hospitalgeschichte der Vormoderne, die Anfang Juli im St.
Katharinenspital (mit Führung) in Regensburg stattfinden wird, so dass
Lehre und Forschung eng miteinander verwoben sind.