Georg Büchners medizinisch fundierter, aber zugleich humanistischer Blick auf den Menschen bricht an vielen Stellen inhaltlich und formal zeitgenössische Konventionen, weshalb er als „Schriftsteller avant la lettre“ gilt. In seinen insgesamt fünf literarischen Werken nimmt er Bezug auf verschiedene historische Diskurse wie etwa die Französische Revolution, verschiedene Debatten rund um die menschliche Psyche, den Ausbeutungscharakter des Staates oder das Automaten-Motiv.
Anhand seiner fünf Werke Der Hessische Landbote, Dantons Tod, Lenz, Leonce und Lena sowie Woyzeck sollen die Studierenden den Schriftsteller, die hinter seinen Werken liegenden Spannungsfelder und Büchners „Vorausdeutungen“ kennenlernen. Damit werden sie nicht nur aufs Staatsexamen, sondern auch auf die spätere Schulpraxis vorbereitet, in der Georg Büchners Werke zentral sind, etwa auch im Hinblick auf für ihn nicht-zeitgenössische Epochen wie dem Naturalismus.
In den Sitzungen wird vor allem auf die Interaktivität Wert gelegt. Damit sich die Studierenden besser und produktiver auf die Seminarsitzungen vorbereiten können, arbeiten wir mit der Annotationswebseite text.ur, auf der die Seminartexte alle kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Bei Impulsreferaten soll eine primärtextnahe Diskussion nach kurzen Forschungslinien-Inputs erfolgen. Für die Nachhaltigkeit des Lernerfolgs wird mit einem Kurs-Bingo gearbeitet. Weiterhin werden Schulbesuche vorgenommen, in denen die Praxisanwendung der Inhalte erprobt werden kann.