Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022 werden die Vollausstattung und
grundlegende Modernisierung der Bundeswehr mit höchster Priorität diskutiert und umgesetzt, mit
dem Ziel, das politische Vorhaben, die Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit einer „wehrhaften
Demokratie“ auf Bundesebene zu stärken und durchzusetzen (z. B. Reform des Wehrdienstes,
Sondervermögen für die Bundeswehr, Neubeschaffung von Waffensystemen). Parallel dazu haben
Werbekampagnen im Rahmen von Rekrutierungsmaßnahmen seither auf Bundesebene stetig
zugenommen. Dabei gewinnt die Vermarktung des Soldatenberufs zunehmend an Attraktivität.
Das vorliegende Forschungsprojekt soll analoge und digitale (plakatierte) Werbemaßnahmen und die
Rekrutierungskommunikation von drei staatlichen Sicherheitsinstitutionen, namentlich der
Bundespolizei, des Bundesnachrichtendienstes und der Bundeswehr, nach den folgenden
(vorgeschlagenen) Kriterien näher untersuchen und miteinander vergleichen:
• Zielgruppe: Wer wird angesprochen (Geschlecht, Alter, Qualifikationsniveau, Wertehaltung)?
• Narrative: Welche Bilder von Sicherheit, Dienst, Karriere werden konstruiert? Wie werden
Aspekte wie beispielsweise Patriotismus, Sicherheit, Fairness, Vielfalt und Technologie
verhandelt? Welche Rolle spielt die Farb- und Symbolgebung? Wie ist das Plakat
angeordnet? Wie ist das Text-Bild-Verhältnis zu bewerten?
• Mediale Strategien: Wie werden die Plakate verortet und welche Bedeutung kommen diesen
Orten zu? Welche Unterschiede bestehen zwischen den Plakaten der jeweiligen
Sicherheitsbehörden?
• Zeitliche Komponente: Welche Veränderungen sind im Laufe der Zeit erkennbar (in den
letzten 5 oder 10 Jahren)? Oder im Zusammenhang mit externen Ereignissen (z. B.
Fluchtbewegung 2015, Corona 2020, Angriff auf die Uraine 2022)