Zeit ist ein allgegenwärtiges und zugleich hochkomplexes Phänomen, das je nach Diskurs sehr unterschiedlich definiert wird. Für die Literatur sind Zeit und Zeitlichkeit sowohl als Gegenstand – wie wird von Zeit erzählt? Welche zeitlichen Entwürfe werden in der Diegesis dargestellt? – als auch als Grundkomponente des Erzählens – Erzählzeit, Ordnung, Dauer, Frequenz, ordo narrandi – hochrelevant. In der Vorlesung werden relevante theoretische Ansätze zum Verständnis von Zeit aufgearbeitet und am Beispiel mittelalterlicher Texte diskutiert. Der Schwerpunkt liegt dabei einerseits auf der narratologischen Untersuchung von Zeit in Literatur bzw. Zeit der Literatur, andererseits auf der Rekonstruktion mittelalterlicher Zeitwahrnehmung und Zeitlichkeit.