Angst avanciert, so hat Lars Koch zu Recht festgestellt, „insbesondere
in der Literatur der Moderne zu einem zentralen Thema“. Um 1800
entsteht, beeinflusst durch die englischsprachige Gothic Novel und die
gravierenden Umwälzungen gesellschaftlicher Zustände und vorgeblicher
anthropologischer Gewissheiten, im deutschsprachigen Raum eine
„Literatur der Angst“. Ihre Entwicklungslinie, welcher das Seminar
nachgeht, reichen von der „schwarzen Romantik“ über die Literatur des
Fin de Siècle und des Expressionismus bis hin zu den apokalyptischen
Visionen der Nachkriegsliteratur. Beispiele, die Gegenstand der
Vorlesung sein werden, sind: E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann, H. v.
Kleist: Das Erdbeben in Chili, G. Büchner: Lenz, R. L. Stevenson: The
strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde, F .Kafka: Ein Landarzt, H. M.
Enzensberger: Zwei Randbemerkungen zum Weltuntergang. Als Lektüre zum
Einstieg sei empfohlen: Lars Koch (Hg.): Angst. Ein interdisziplinäres
Handbuch.