Manifeste
überschreiten Grenzen. Sie verknüpfen das Denken noch utopischer
Möglichkeiten mit dem Aufruf, auf diese Möglichkeiten hin zu handeln.
Sie sind, wie Donna Haraway in ihrem Essay „Monströse Versprechen“ sagt,
„gestaltete Visionen, wie man sich in der Topografie einer unmöglichen,
doch nur allzu realen Gegenwart bewegt und was man zu befürchten hat,
wenn man eine abwesende, aber vielleicht mögliche andere Gegenwart
finden will“. Man bewegt sich also auf riskantem Gelände. Während einige
Autor:innen/Aktivist:innen Ansätze für neue Bündnispolitiken entwerfen,
die zum Beispiel identitätsbasierte Grenzen überwinden, werden an
anderer Stelle permanent neue politische Mauern errichtet. Ein Backlash
folgt dem nächsten, und wer protestiert, gilt rasch zumindest als
„Spaßverderber*in“ (Sara Ahmed). Welche Fragen, Antworten, Utopien und
Handlungsmöglichkeiten haben feministische Manifeste in diesen
Zusammenhängen kartografiert? – Während das Seminar dies im ersten Teil
anhand ausgewählter Beispiele untersucht, ruft der zweite Teil die
Teilnehmer:innen dazu auf, in einer Schreibwerkstatt ein eigenes
feministisches Manifest zu verfassen und zu präsentieren.