Im Seminar werden wir Philippa Foots Spätwerk Natural Goodness (2001 ‒ auf Deutsch 2004 als „Die Natur des Guten“ erschienen) gründlich studieren. Foot entwickelt hier eine naturalistische Theorie der Ethik, bei der das moralisch Schlechte als eine Art des natürlichen Defekts von Lebewesen vorgestellt wird. Sie behandelt dabei etwa Fragen wie, ob moralische Urteile etwas Subjektives oder Objektives und warum sie handlungsleitend sind. Da das Seminar als Debattenkurs angelegt ist, werden wir uns nicht nur eingehend mit Foots Analyse der Natur des Guten befassen. Wir werden uns auch ‒ wenigstens beispielhaft ‒ Positionen ansehen, gegen die sie sich wendet (nonkognitivistische Auffassungen von Moral wie Emotivismus, Präskriptivismus oder Expressivismus), ebenso wie Positionen, denen sie wichtige Denkanstöße verdankt (etwa Warren Quinns Ausführungen zur Rolle praktischer Rationalität für moralisches Denken und Handeln oder Michael Thompsons Begriff der Aristotelian Categoricals). Zudem werden wir Aufsätze lesen, die sich kritisch mit einzelnen Thesen Foots auseinandersetzen. Auf diese Weise werden wir nicht nur einen soliden ersten Eindruck von der Debatte gewinnen, in der Foots kognitivistische Moralphilosophie zu verorten ist; das Studium von Bezugstexten und Aufsätzen, die sich kritisch mit Foot auseinandersetzen, wird uns auch dabei helfen, ihre eigene Position besser zu verstehen.
Alle im Seminar besprochenen Texte werden zu Beginn des Semesters bekannt gegeben und über GRIPS bereitgestellt. Es wird die Bereitschaft zur gründlichen Lektüre auch englischsprachiger Texte vorausgesetzt.