Die
historische Situation, in der sich das Christentum von einer jüdischen
Untergruppe zu der das gesamte Imperium Romanum umspannenden Kirche
entwickelt hat, ähnelt in vielem der modernen Situation: Durch den
Kontakt mit verschiedensten religiösen Strömungen entsteht eine
spannungsreiche Konkurrenz, in der sich religiöse Wahrheitsansprüche in
Abgrenzung, aber auch in Dialog zu anderen Wahrheitsansprüchen
herausbilden und zu behaupten versuchen. Im Rahmen dieses Seminars
sollen solcherlei konkurrierende religiöse Strömungen in Antike und
Spätantike einerseits kennengelernt werden, andererseits auf ihre
Wechselwirkungen auf den Herausbildungsprozess des Christentums und der
Kirche hin befragt werden. Dabei wird der Quellenlektüre (in
Übersetzung) eine zentrale Rolle zukommen. Kenntnisse des Lateinischen
und Griechischen sind nicht erforderlich, können aber gewinnbringend
eingesetzt werden.