Das Zeitalter der Karolinger (ca. 700-1000) hat Europa verändert. Mit dem Aufstieg der karolingischen Familie zu Könige des Frankenreichs in der Mitte des 8. Jahrhunderts änderten sich der sakrale Charakter und die Machtgrundlagen des Herrscheramtes. In der langen Regierungszeit Karls des Großen wurden territoriale Expansion, vielfältige Reformanstrengungen im Reich und schließlich die Rangerhöhung des Königs zum westlichen Kaiser durchgesetzt. Unter Karls Sohn Ludwig dem Frommen standen schließlich kirchliche und monastische Reformen, jedoch zunehmend auch familiäre Konflikte um die Nachfolge im Reich im Vordergrund. In den Reichsteilungen (ab 843) zeichneten sich erstmals die Grenzen der späteren europäischen Nationalstaaten in Umrissen ab. Während die Karolinger im Ostfrankenreich bereits zu Beginn des 10. Jahrhunderts ausstarben, regierte die Dynastie im Westen noch bis zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Neben Politik und Herrschaft werden in den Zoom-Vorlesungen auch der Wandel der Gesellschaft, Kultur, Religion und Wirtschaft dieser Epoche behandelt.