Kommentar: Was ist DADA? Nonsens, Ärgernis, Provokation, Spiel, Kindergarten, Kunst? „DADA ist die Negation des bisherigen europäischen ‚Sinnes‘ des Lebens“: Die Antwort des Dadaisten Raoul Hausmann auf diese Frage eröffnet nicht nur einen sehr spannenden, sondern auch einen sehr fruchtbringenden Zugang zum Phänomen DADA. Denn die hier angesprochene Negation erschöpft sich nicht in einem destruktiven „Anti-“, sondern ist zugleich Ausgangspunkt und Quelle einer innovativen Neuperspektivierung ganz grundsätzlicher Fragen nach dem „Wesen“, der Verortung und der „Funktion“ von Kunst, die auch noch heute öffentliches Aufsehen erregen und kontrovers diskutiert werden. Wenn auch die literarische Strömung „DADA“ im engeren Sinne literaturgeschichtlich nur sieben Jahre Hochkonjunktur hatte, so hat das internationale Phänomen bis heute seine Spuren hinterlassen, die sich beispielsweise in Banksys Schredder-Aktion während einer Kunstauktion oder den Aktionen des Kollektivs „Zentrum für politische Schönheit“ zeigen. Im Rahmen des Seminars werden wir uns vor allem mit den Anfängen des DADA in Zürich, seiner gesellschaftspolitischen Forcierung und Weiterentwicklung zur politischen Aktionskunst in Berlin und seinem Einfluss und Erbe bis heute näher auseinandersetzen.