Die Vorlesung gibt einen breit angelegten Überblick über Themen und Theorien der kulturwissenschaftlichen Stadtforschung. Vor allem aber geht sie der Frage nach, wie Städte lesbar gemacht werden können. Wenn es stimmt, wie der Historiker Karl Schlögel schreibt, dass Städte "wie ein aufgeschlagenes Buch der Geschichte [sind], in dem wir nur zu lesen verstehen müssen", dann kommt es auf die Methodik an: Wie lässt sich aus Karten und Plänen, durch das Lesen von Straßen, Plätzen und Fassaden, durch ethnografische Fallstudien, go-alongs und nosing around das Wesentliche einer Stadt erfassen? Wie lassen sich die großen Strukturen, die spezifische Geschichte und die soziale Laufbahn von Städten visuell erschließen? Und inwiefern spiegelt sich das Ganze der Stadt manchmal sogar im kleinsten Detail?