Dieses Seminar im Modul Professionalisierung widmet sich der Frage, wie komplexe Aufgaben im inklusiven Unterricht – insbesondere im Förderschwerpunkt Lernen – so gestaltet werden können, dass sie kritisches Denken, soziale Teilhabe und professionelle Handlungskompetenz fördern. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Lernprozesse nicht durch Vereinfachung, sondern durch strukturierte Komplexität, sinnstiftende Problemstellungen und soziale Einbindung angeregt werden.
Im Zentrum steht die Arbeit mit sogenannten Dilemma-Situationen: offene, mehrperspektivische Aufgabenformate, die keine eindeutigen Lösungen vorgeben und Lernende dazu herausfordern, abzuwägen, zu argumentieren und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Diese werden im Seminar sowohl theoretisch fundiert als auch praktisch erprobt.
Ein besonderes Element des Seminars ist die Einbindung der Kinder-Uni. Im Sinne eines „pädagogischen Doppeldeckers“ entwickeln, erproben und analysieren die Studierenden gemeinsam eine Dilemma-basierte Lernsituation für Kinder. Dadurch wird das Seminar zu einem Raum, in dem Theorie, Praxis und Reflexion eng miteinander verschränkt sind.
Ziel des Seminars ist es, Studierende in ihrer Professionalisierung zu unterstützen: Sie lernen, komplexe Lernprozesse zu gestalten, soziale Dynamiken (insbesondere Status und Teilhabe) zu erkennen und ihr eigenes pädagogisches Handeln theoriegeleitet zu reflektieren.